Erstellt am 05. April 2016, 16:04

von Birgit Kindler

Jugendgemeinderätin ist nun ein "Härtefall". Heftige Debatte um Gebührenerhöhungen: Neue Häuslbauer sollen kräftiger zur Kasse gebeten werden als bisher.

Die Erhöhung der Wassergebühr ist ein Schlag ins Gesicht für die Häuslbauer. Betroffen davon ist auch VP-Jugendgemeinderätin Marlene Müllner, die mit Sebastian Döller ein Haus in Wölbling baut.  |  NOEN, Thomas Heumesser

Für lautstarke Diskussionen sorgte im Gemeinderat die Anhebung der Wassergebühren. Statt bisher sechs Euro Einheitssatz muss man in Wölbling künftig sieben Euro berappen. Als „einen Schlag ins Gesicht für die Häuslbauer“ beschreibt beispielsweise VP-Parteiobmann Gemeinderat Manuel Erber die Erhöhung. Direkt betroffen davon ist VP-Jugendgemeinderätin Marlene Müllner: „Da ich selbst gerade Häuslbauer bin, trifft mich das Thema der Wasser- und Kanalabgabenerhöhung mit voller Wucht.“

Was sie besonders ärgert: „Als Krönung wollte die SP-Diktatur die Anschlussgebühren für Wasser und Kanal mit sofortiger Wirkung erhöhen. Also wären alle Häuslbauer, die 2015 begonnen hatten durch eine erhöhte Abgabe unverschuldet zum Handkuss gekommen.“

Müllner spricht im Konjunktiv, denn die SP ließ sich nach harscher Kritik auf eine Art Kompromiss ein.

Denn auch für Bürgerliste „Wölbling MITeinander“ ist die Anhebung viel zu hoch. „Das ist eine Erhöhung um stolze 16 Prozent, wir fordern daher, dass dieser Betrag schrittweise in drei Jahren und nicht in einem Jahr angepasst wird“, forderte Gemeinderat Bernhard Fellner.

„Wir haben das letzte Mal vor elf Jahren erhöht und müssen jetzt aufholen“, begründete SP-Bürgermeister Gottfried Krammel die Entscheidung. Später könne man in kleineren Etappen anheben. Man habe lange gebraucht zu diesem Schritt, aber auch im Gemeindevorstand sei er einstimmig beschlossen worden.

„Wenn wir das jetzt beschließen, dann haben auch jene Häuslbauer keine Chance mehr auf den günstigeren Betrag“, betonte Fellner. „Gibt es denn jemanden Besonderen, den es betrifft?“, wollte Krammel von den Vertretern der Bürgerliste wissen. Man sei für alle Bürger da, strich Fellner heraus und zeigte sich erbost „über diese Unterstellung.“

VP: „Statt sieben nur 6,50 Euro“

Geschäftsführende Gemeinderätin Eva Woisetschläger von der VP stellte den Antrag, den Einheitssatz statt auf sieben Euro auf 6,50 Euro anzuheben.

„Damit verschieben wir das Problem nur nach hinten. Es werden immer Bürger betroffen sein, egal, wann man die Erhöhung durchführt, denn irgendwann fängt immer wer zum Bauen an. Härtefälle wird es immer geben“, meinte Krammel.

„Da ich selbst gerade Häuslbauer bin, trifft mich das Thema der Wasser- und Kanalabgabenerhöhung mit voller Wucht.“ Marlene Müllner, VP-Gemeinderätin

SP-Vizebürgermeisterin Karin Gorenzel wollte Marlene Müllners Vorwurf der „Diktatur“ nicht kommentieren. Sie betont: „Wir haben schlussendlich eine Einigung gefunden. Für jene Häuslbauer, die 2015 begonnen haben, gilt noch der alte Preis.“

Geeinigt hat man sich auf eine Erhöhung ab dem 1. Juli. Für diese Regelung stimmten SP- und VP-Fraktion, dagegen waren von der Bürgerliste Bernhard Fellner und Christian Pfeiffer sowie FP-Gemeinderat Armin Daxböck.