Erstellt am 01. März 2016, 04:49

von Alex Erber

Komitee schnorrt bei Nachbargemeinden. Erbitterte Gegner haben viel (Privat-)Geld für Propaganda verbraucht. Jetzt betteln sie in Herzogenburg und Sitzenberg-Reidling.

Im Herzogenburger Gemeinderat sind die Windkraftgegner in der klaren Mehrheit. Ob sie daher die Traismaurer Windkraftgegner finanziell unterstützen werden? Im Bild: Wolfgang Schatzl, Martin Hinteregger, Richard Waringer, Franz Gerstbauer, Hermann Feiwickl, Erich Hauptmann, Jürgen Hörhan und Christoph Artner (von links).Hans Kopitz  |  NOEN

Es war eine illustre Runde, die einander in der Vorwoche im Herzogenburger Rathaus traf. Jürgen Hörhan, praktischer Arzt in Sitzenberg-Reidling und Zustellungsbevollmächtigter des Komitees „Bürger für Bürger - für Traismauer“, trug seine Anliegen den Stadtpolitikern aller Fraktionen vor. Das waren Vizebürgermeister Christoph Artner und Stadtrat Richard Waringer für die SP, Stadtrat Franz Gerstbauer für die Grünen, Stadtrat Erich Hauptmann für die VP, die Stadträte Wolfgang Schatzl und Martin Hinteregger für die FP und Gemeinderat Hermann Feiwickl für die Liste „Blüh“. Auch Stadtamtsdirektor Kurt Schirmer lauschte aufmerksam. 25.000 Euro habe das Komitee für seinen Kampf gegen die Aufstellung von fünf Windrädern in Traismauer bereits benötigt; hauptsächlich für Informationsmaterial und Plakate. Im Zuge der zweiten Volksbefragung, die das Komitee durchgesetzt hat, ist weitere Propaganda vorgesehen. Kostenpunkt: 16.000 Euro.

Stadt Herzogenburg klar gegen die Windkraft

Auch mit der Begründung, dass sich die Stadt Herzogenburg klar gegen die Windkraft positioniert hat, bat Hörhan die Herzogenburger Politiker um finanzielle Unterstützung. Einen konkreten Betrag hat er, wie SP-Vizebürgermeister Christoph Artner schildert, nicht genannt.

Ein engerer Kontakt des Komitees besteht zur Gemeinde Sitzenberg-Reidling, die sich ebenfalls klar gegen die geplanten Windräder in der Römerstadt positioniert hat. Nach aktuellem Stand wird es zwar keine finanzielle Unterstützung geben. VP-Bürgermeister Christoph Weber: „Es wird aber diskutiert, dass möglichst viele Menschen private Spenden auf das Konto, das von Hörhan eingerichtet wurde, einzahlen mögen. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie die zweite Volksbefragung enden wird.“

"Es gehe um gemeinsames Interesse"

Jürgen Hörhan hält es für „durchaus legitim, dass man um finanzielle Unterstützung bittet.“ Es gehe um gemeinsames Interesse, um eine gemeinsame Haltung einem Projekt gegenüber.“ Man freue sich über Unterstützung. Kommt sie nicht, „werden wir sehen, wie wir das Ganze weiter aufstellen können.“ Siehe dazu auch Bericht auf Seite 31.