Erstellt am 22. Dezember 2015, 05:23

von Alex Erber

Afghanen haben eine Herberge. Alex Erber über die Flüchtlinge am Biomin-Areal in Oberndorf.

Nun sind sie also da, die ersten 48 Flüchtlinge am Biomin-Areal in der Herzogenburger Katastralgemeinde Oberndorf/Ebene. Sie haben ihre neue Bleibe kaum bezogen, da tauchen schon die ersten Gerüchte auf. Drei, vier, fünf der Asylwerber sollen plötzlich untergetaucht, nicht mehr auffindbar sein. In Wirklichkeit haben sie ihre fix geregelte Ausgehzeit geringfügig überzogen, sind alle wieder wohlbehalten aufgetaucht.

Dass sich solche Gerüchte in Windeseile verbreiten, zeigt auch, wie sensibel das Thema ist. Trotz vieler Bedenken und Ängste gibt es zum Glück auch viele Freiwillige, die sich in den Dienst der guten Sache stellen. Sei es durch Sachspenden, sei es durch das Spenden von Zeit, die man gemeinsam mit den Flüchtlingen verbringt, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern oder sie einfach im Alltagsleben zu begleiten. Denn die Afghanen haben nach langem Leidensweg das gefunden, was Maria und Josef vor 2.000 Jahren ebenfalls gesucht haben, eine Herberge. Jetzt gilt es, diese Herberge auch mit Menschenwürde zu erfüllen.