Erstellt am 03. Mai 2016, 05:14

von Wolfgang Wallner

Ein Sieg der Vernunft. Wolfgang Wallner über den Aufstiegsverzicht der Dragons.

Endlich! St. Pölten ist Meister, doch die Freude ist gedämpft. Und der Aufstieg ist kein Thema. Nein, nicht von den Kickern des SKN ist die Rede. Sondern von den Basketballern, die sich gegen Mattersburg den Titel in Liga zwei gesichert haben. Aufsteigen wollen sie aber nicht. Weil nicht nur die Korbjäger gesiegt haben, sondern auch die Vernunft.

Wer in der ABL, Österreichs höchster Basketball-Spielklasse, mitmischen will, muss ausreichend Bares in der Hinterhand haben, auch um sich Legionäre leisten zu können. Dass auch vermeintliche Topklubs am wirtschaftlichen Limit werken, zeigt nicht zuletzt der „Fall Güssing“. Der Meister wurde während der Saison insolvent, verlor damit die ABL-Lizenz. Ein solches Risiko will man bei den St. Pöltner Dragons nicht eingehen. Zu schmerzhaft waren die Lehren, die man u.a. aus der eigenen Vergangenheit ziehen musste. Unter die Zocker wollen die Niederösterreicher nicht gehen, um mal wieder Erstliga-Luft zu schnuppern. Und eine „Watsch‘n“-Saison mit unveränderter Truppe würde der Klub ebensowenig überleben.

St. Pöltens Basketballer strecken sich nach der finanziellen Decke. Und die ist bei Liga zwei eingezogen. Bitter für den Klub einer Landeshauptstadt. Aber die wirtschaftlich und sportlich einzig sinnvolle Lösung.