Erstellt am 19. Oktober 2015, 12:06

von Wolfgang Wallner

Europa ist zum Greifen nahe. Wolfgang Wallner über St. Pöltens Frauen in der Königsklasse.

Zwei Duelle, zwei Niederlagen aus der Rubrik „ganz bitter“: Trotz des Ausscheidens gegen Italiens Meister ASD Verona sind die St. Pöltner Fußballfrauen auf den Geschmack gekommen. Die Champions-League hat ihren eigenen Reiz. Und ist der einzige Reiz, der den St. Pöltnerinnen noch geblieben ist.

Erfolg wird allzu schnell als Selbstverständlichkeit genommen. Und wundert‘s nicht, dass die Elf von Hannes Spilka mit dem Punktemaximum die Bundesliga anführt. Der Vorsprung auf‘s Verfolgerfeld ist bereits jetzt fast uneinholbar, der Cup – bis auf‘s Finale – eine Pflichtübung.

Die Stärke auf nationaler Ebene ist zugleich auch die größte Schwäche auf europäischem Parkett. Das spielerische Vermögen, mit guten Gegner in der Champions League mitzuhalten, haben die St. Pöltner Girls. Nur nicht die Vergleichsmöglichkeit mit Teams auf Augenhöhe. Und genau die macht den Unterschied aus, wenn‘s hart auf hart in K.O.-Spielen um den Aufstieg geht.

So paradox es klingt: Damit St. Pölten stärker werden kann, muss die Austro-Liga an Qualität zulegen. Schattenboxen allein wird zur Vorbereitung auf einen WM-Kampf nicht reichen. Trotz allem: Europa scheint zum Greifen nah.