Erstellt am 21. Juni 2016, 05:20

von Wolfgang Wallner

Leisetreter lässt Taten sprechen. Wolfgang Wallner über das Ende der "Ära Szilagyi" im Handball.

Erst wenn er nicht mehr am Feld steht, weiß man, was Österreich an ihm gehabt hat: Viktor Szilagyi prägte eine Ära, war der vielleicht beste Handballer, der je für Österreich auflief. Vor allem aber war er ein Vorbild für die Jungen. Die Lücke, die die St. Pöltner Legende hinterlässt, ist riesig.

Szilagyi war kein Lautsprecher. Er musste nicht schreien, um gehört zu werden. Er musste kein Theater veranstalten, um seine Kollegen wachzurütteln. Szilagyi wirkte, weil er Szilagyi war. Nach 203 Länderspielen ist nun Schluss für den 37-Jährigen, er wird sich auf den Sportmanager-Job bei seinem letzten Klub, dem Bergischen HC konzentrieren.

Doch der St. Pöltner hat sich bereit erklärt, sein Know-how auch dem österreichischen Handballbund zur Verfügung zu stellen. Die Funktionäre wären gut beraten, dieses Angebot anzunehmen. Auch wenn‘s nur ein „Nebenjob“ ist: Szilagyis Rat ist mit Gold nicht aufzuwiegen.

Und vielleicht tritt ja Viktor in die Fußstapfen seines Vaters. Stefan Szilagyi hat‘s als Trainer zur Legende gebracht – u.a. in St. Pölten. Mit seiner Erfahrung wäre er eigentlich für eine Trainerrolle prädestiniert.

Und man kann sich sicher sein: Auch dort wird Viktor seinen Weg machen. Nicht als Lautsprecher, sondern Leisetreter, der Taten sprechen lässt.