Erstellt am 16. Mai 2017, 05:56

von Alex Erber

Opfer steht nicht im Rampenlicht. Alex Erber über die Klärung des Überfalls auf eine Wirtin.

Es war kein Stein, sondern ein Felsen, der der ehemaligen Traismaurer Gastronomin Therese Pokorny in der Vorwoche vom Herzen gefallen ist. Jener Mann, der sie vor mehr als vier Jahren brutal überfallen und beraubt hat, konnte ausgeforscht und verhaftet werden. Für den mutmaßlichen Täter gilt die Unschuldsvermutung.

Der Fall Pokorny, wenn man ihn so nennen darf, steht exemplarisch für ein trauriges Phänomen. Drei Mal steht der Täter im Rampenlicht: bei der Berichterstattung über das Verbrechen, bei der Verhaftung, dann beim Prozess.

Und wo steht das Opfer? Oft allein gelassen, vielfach im Abseits. Im Fall von Therese Pokorny war es die quälende Ungewissheit, die die Frau seit mehr als vier Jahren verfolgt hat. War vielleicht nicht doch ein Gast oder ein Bekannter der Täter? Wen kann man überhaupt noch trauen? Diese Gedanken verfolgten die Gastronomin Tag für Tag. Ihr Dank gilt nicht zufällig zwei Opferschutz-Organisationen, die weniger im Rampenlicht stehen als mancher Täter: dem „Akutteam“ des Landes und dem „Weißen Ring“.