Erstellt am 14. September 2015, 06:57

von Daniel Lohninger

Stadler ist der neue starke Mann. Daniel Lohninger über den Zeitpunkt des Wechsels an der SPÖ-Spitze.

War es Zufall oder nicht? Fakt ist jedenfalls, dass, wenige Tage nachdem Erwin Pröll das Ende des Bezirks Wien-Umgebung verkündet hat, Polit-Urgestein Anton Heinzl seine Funktion als SP-Bezirksobmann zur Verfügung stellte.

Er müsse sich mehr um seinen 2017 größer werdenden Wahlkreis kümmern, begründet Heinzl den Schritt. Bis zur Neuwahl im November bleibt er zwar Chef der größten SP-Organisation im Land, danach ist aber St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler am Zug. Der ist dann nicht nur Chef der Sozialdemokratie in Niederösterreich und der wichtigsten Stadt im Land, er wird auch die Geschicke der stärksten SP-Bezirksorganisation – zu der ab 2017 auch das Purkersdorf von Ex-Innenminister Karl Schlögl gehört – leiten.

Bedenkt man, dass 2016 in St. Pölten gewählt wird, dann ist klar: Stadler will rechtzeitig sein Image als Macher stärken. Er will, dass Stadt und Bezirk enger zusammen wachsen und St. Pölten damit auf allen Ebenen mehr Gewicht erhält. Das lässt sich natürlich im Wahlkampf gut vermarkten. Aufpassen muss er dabei nur darauf, dass seine Präsenz in der Stadt so hoch wie bisher bleibt.