Erstellt am 08. März 2016, 18:34

von Nadja Straubinger und Thomas Peischl

Küchenhilfe sollte die Vertretung zahlen. Schwerpunkt der Arbeitkammer lag 2015 auf Gastgewerbe. Eine junge Frau wurde bei Schadensersatzforderungen unterstützt.

Der Leiter des Rechtsschutzbüros NÖ West Karl Heigel, Burkhard Eberl und AK-Vizepräsident Michael Fiala präsentierten die Arbeitsrechtsbilanz 2015.  |  NOEN, Thomas Peischl

Zu 7.000 Euro verhalf die Arbeiterkammer St. Pölten einer jungen Küchenhilfe. Die 23-Jährige hatte von ihrem Dienstgeber, ein Betrieb im Bezirk St. Pölten, nie Überstunden, Feiertagsstunden, Urlaubs- oder Weihnachtsgeld ausbezahlt bekommen. Sie hat ihre Arbeitsstunden genau aufgeschrieben, außerdem hatte ihr der Dienstgeber nie Lohnzettel ausgestellt, daher waren die kollektivvertraglichen Verfallsfristen nicht anwendbar, so konnten ihre Außenstände eingefordert werden. „Der Dienstgeber hatte hier sogar gemeint, dass sie im Krankenstand für ihre Ersatzkraft aufkommen muss, eigentlich unvorstellbar“, betont AK-Vizepräsident Michael Fiala. Insgesamt wurden im Bezirk St. Pölten 6,5 Millionen Euro für Arbeitnehmer erkämpft. Karl Heigel, Leiter des Rechtsschutzbüros NÖ West, erklärt: „Wenn es hart auf hart kommt, ist es wichtig, seine Ansprüche nachweisen zu können.“ Möglich ist das nur, wenn Arbeitszeiten minutiös aufgezeichnet werden.

AK-Jahresbilanz 2015 im Bezirk

  • 4.323 persönliche Beratungen

  • 2.217 telefonische und schriftliche Beratungen

  • 366 Interventionen beim Arbeitgeber

  • 133 Mal kostenloser Rechtsschutz

  • 373.778 Euro außergerichtlich

  • 393.331 Euro gerichtlich

  • 5.756.326 Euro bei Insolvenzvertretungen