Erstellt am 07. Dezember 2015, 09:51

von Claudia Stöcklöcker

Lehrling knackte Tresor seines Chefs. Weil es an Geld mangelt, übte sich Duo im Kriminal. Richter verordnet Psychotherapie.

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„Wenn alle Österreicher, die zu wenig Geld haben, einbrechen gehen, dann schaut's schön aus! Das sind nämlich sehr viele Menschen“, wettert ein Richter im Prozess wegen Einbruchsdiebstahls. Vor ihm sitzen zwei Burschen, 16 und 18 Jahre alt, aus St. Pölten und dem Pielachtal.

Fehlende Einbruchsspuren machten stutzig

Als Einbrecher war das Duo mangels Barem emsig unterwegs. In ein Autohaus in St. Pölten stiegen sie ein, rissen den Tresor aus der Verankerung, sackten 13.000 Euro ein.

Was stutzig machte: „Es gab keine Einbruchsspuren, so haben wir zuerst an jemanden von der Reinigungsfirma gedacht“, erzählt der Autohändler. Später stellte sich heraus: Einer der Einbrecher war der eigene Lehrling.

Bei einem Autohändler im Pielachtal in Hofstetten scheiterte das Duo. „Der Tresor war zu schwer“, erklären sie.

Auch Viehofner Seedose „erleichtert“

Mehr Glück in Kirchberg hatten sie in einem Gasthaus. 1.800 Euro wechselten dort den Besitzer. Auch in die St. Pöltner Seedose und in einen Würstelstand in Hofstetten stiegen sie ein.

Von tristem Leben erzählt einer der Burschen. „Mit dem Stiefvater habe ich gestritten, bin von daheim weg, habe nicht gewusst, wo ich schlafen soll und hatte nichts zu essen.“

Gescheitert sei ob der Familienverhältnisse bei dem anderen Angeklagten jede Unterstützung von Kinder- und Jugendhilfe, berichtet ein Sozialarbeiter.

Die Urteile: ein Jahr auf Bewährung und Psychotherapie für beide Angeklagten. Nicht rechtskräftig.