Erstellt am 25. Januar 2016, 16:53

von Birgit Kindler

Letzte Trauben für den Eiswein geerntet. Bei minus elf Grad fand die Lese in den Rieden von Martin Preisberger statt. Start war um sieben Uhr früh.

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Als letzter Winzer im Traisental hat jetzt auch Martin Preisberger vergangene Woche seine Trauben für den Eiswein geerntet. Laut Rudolf Hofmann, Obmann des Traisentaler Weinbauverbandes, ist die Eisweinlese im Traisental jetzt vorbei. „Auch wenn noch irgendwo Trauben hängen sollten, wird es jetzt nichts mehr mit einem guten Eiswein“, ist Hofmann überzeugt.

Wie die NÖN berichtete, stellt die Eisweinlese die Winzer jedes Jahr vor eine Herausforderung, da die Minusgrade für die Ernte oft nicht ausreichen. Denn nur wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind, gilt ein Wein als Eiswein. Einen Zuckergehalt von mindestens 25 Grad auf der Klosterneuburger Mostwaage müssen die Trauben aufweisen und in gefrorenem Zustand gepresst werden.

Preisberger wollte sichergehen, dass sein Wein auch als Eiswein deklariert wird und hat die Trauben erst kürzlich bei Temperaturen zwischen minus elf und minus zehn Grad gelesen. „Wir haben um sieben Uhr früh begonnen, es war schon sehr kalt, aber Gott sei Dank hatte ich viele Helfer und so waren wir nach nur einer halben Stunde mit der Lese fertig“, erzählt Preisberger über die schwierigen Bedingungen. Nach der anstrengen Arbeit hätten die fleißigen Helfer aber ein Frühstück als Belohnung bekommen.

„Wir haben um sieben Uhr früh begonnen, es war schon sehr kalt, aber Gott sei Dank hatte ich viele Helfer.“ Martin Preisberger, Winzer

Geerntet wurden Trauben der Sorte Grüner Veltliner. „Zirka 150 Liter Eiswein werden wir heuer haben“, meint Preisberger. Fürs Pressen der Trauben hat der Winzer zwölf Stunden benötigt. Der Kellereiinspektor bestätigte einen Zuckergehalt von 35 Grad auf der Klosterneuburger Mostwaage.

Den nächsten Eiswein will Preisberger erst in zwei bis drei Jahren herstellen, 2016/17 sei nichts geplant. „Jetzt muss man zuerst schauen, wie sich dieser Jahrgang verkauft“, meint Preisberger. Auch das Wetter sei entscheidend für den nächsten Eiswein, „wenn viele Trauben gefault sind, dann bringt es nichts.“