Erstellt am 14. Dezember 2015, 11:26

von Hans Kopitz

Lukas (18) wuzzelt bereits wie ein Profi. Ein HAK-Schüler aus Einöd ist im Tischfußball kaum bezwingbar. Aber: "Nächstes Jahr wird schwierig."

Erfolgreich: Lukas Mayerhofer (Mitte) bei der Siegerehrung im Junioren-Doppel in Berlin, wo er mit dem Deutschen Lukas Zahn (Silber, links) und dem Österreicher Alexander Winter (Bronze) auf dem Siegerpodest stand.  |  NOEN, privat

Tischfußball ist seine große Leidenschaft: Der 18-jährige HAK-Schüler Lukas Mayerhofer holte sich bei der Staatsmeisterschaft in Graz bei seinem letzten Antreten im Junioren-Bewerb sowohl den Titel im Einzel als auch im Doppel mit seinem Partner Daniel Burmetler.

Der sportlich begabte Schüler, der früher auch aktiv Fußball gespielt hat und mit seinen Freunden sehr oft sportlich unterwegs ist, führt nun bei den Junioren im Einzel und Doppel die Weltrangliste an, ist Kapitän im Junioren-Nationalteam im Ranking bei den Erwachsenen an neunter Stelle.

Die Staatsmeisterschaft war Krönung einer erfolgreichen Saison. Höhepunkt: Im April belegte er bei der Weltmeisterschaft in Turin im Junioren-Einzel den hervorragenden fünften Platz. Auch bei verschiedenen kleineren Turnieren in Österreich war er sehr erfolgreich. In Berlin wiederum siegte er im Junioren-Doppel.

Da es Ende Dezember bei den Junioren vorbei ist, trainiert er fleißig im hauseigenen Keller, wo ihm die Eltern einen neuen Tisch um mehr als 1.000 Euro gesponsert haben, um künftig auch im Herren-Nationalteam und mit seinem Bruder Philipp im Doppel Erfolge feiern zu können. Einmal pro Woche fährt er nach Wien, um bei den Nationalspielern Profitricks abzuschauen.

„Profis gibt es leider nur in Amerika“

Das nächste Jahr wird ohnehin schwierig, denn es steht die Matura vor der Tür und wenn nach den Wochenend-Turnieren dann montags die Schularbeiten anstehen, wird es eher knapp. Was er nach dem Zivildienst, den er beim Roten Kreuz in Herzogenburg abdienen will, beruflich machen will, ist noch offen: „Vielleicht habe ich als Rettungssanitäter eine ,Selbstfindung‘. Profis gibt es in unserer Sportart leider nur in Amerika - bei uns ist man noch nicht soweit“, so der erfolgreiche „Wuzzler“, der sich vor allem bei der Sparkasse Herzogenburg für die finanzielle Unterstützung bei der Weltmeisterschaft bedanken möchte.

Während man zum Tischfußball - das der Engländer Harold S. Thornton 1922 zum Patent angemeldet hat und laut einer Theorie dazu verwendet wurde, um die Hand-Augen-Koordination von verletzten Soldaten zu rehabilitieren - bei uns „Wuzzeln“ sagt, kennt man es in der Schweiz unter dem Namen „Töggelä“, in Liechtenstein unter „Tschüttala“, Norddeutschland unter „Krökeln“, im süddeutschen Raum unter „Hackersche“ und im westlichen Saarland unter „Knack“.