Erstellt am 25. Dezember 2015, 10:28

von Alex Erber

Mann fälschte „Pickerl“. Angeklagter konnte sich die mehrmaligen Manipulationen nicht erklären. Er sprach von einem "Vandalenakt". Der Richter hat ihn zu zwei Monaten bedingter Haftstrafe verurteilt.

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Bei einer Routinestreife durch Getzersdorf ist ein Beamter der Polizeiinspektion Herzogenburg stutzig geworden: In der Weinbergstraße standen tatsächlich zwei Autos auf öffentlichem Grund, bei denen an den Überprüfungsplaketten offensichtlich manipuliert worden war. Die Fälschungen wurden mit der Kamera dokumentiert - sicher ist sicher.

Wegen der „Fälschung besonders geschützter Urkunden“ musste sich nun ein Türke in einem Prozess am Landesgericht St. Pölten verantworten.

„Nicht schuldig“, lautete seine Verantwortung. Er könne sich die mehrmaligen Fälschungen nicht erklären, allenfalls habe es sich um einen Vandalenakt gehandelt, zumal ja auch noch ein zweites Fahrzeug von der Manipulation betroffen gewesen sei. Um das Ganze aufzuklären, haben Polizist und Angeklagter einen Termin bei der Inspektion vereinbart. Er sollte zwei Wochen nach der Anzeige der Fälschungen über die Bühne gehen.

Schwerwiegenden Mängel am Fahrzeug

In der Zwischenzeit nahm der Mann das Fahrzeug fleißig in Betrieb. Und versuchte dann noch bei einer Werkstätte in Großrust, regulär an ein gültiges „Pickerl“ zu kommen, was aber wegen der vielen schwerwiegenden Mängel am Fahrzeug verweigert worden ist.

Der Richter glaubt die „Vandalismus-Version“ nicht, verurteilt den Türken zu zwei Monaten bedingter Haft, obwohl auch der Anwalt des Mannes beteuert hatte: „Mein Mandant hat keine Löcher gebohrt, er hat auch nichts zerkratzt.“ Nach dem zweiten Fahrzeughalter wird übrigens gefahndet, er ist laut Angaben des Exekutivbeamten untergetaucht.