Erstellt am 09. Februar 2016, 11:13

von Hans Kopitz

Markt bald vor dem Aus?. Der "Blasiusmarkt", der früher als wichtiges Ereignis des Jahres galt, war noch nie so schlecht besucht wie in diesem Jahr. Großteil der Stände wurde bereits gegen 15 Uhr abgebaut.

Für Annemarie Schneider und Sepp Sonnleitner ist der Markt noch immer ein Anziehungspunkt, der zur Innenstadtbelebung zählt.  |  NOEN, Hans Kopitz

Trotz optimaler Wetterbedingungen war der „Blasiusmarkt“ diesmal so wenig besucht wie noch nie. Schon am Vormittag ging das Geschäft schleppend, am Nachmittag war so wenig los, dass ein Großteil der „Standler“ bereits um 15 Uhr zusammenpackte.

Noch vor 50 Jahren waren die drei Märkte – der „Blasius-“, der „Floriani-“ und der „Martinimarkt“ – Höhepunkte des Jahres, an denen die Menschen von weit her kamen, um ihrer Einkaufswut freien Lauf zu lassen. Besonders die ländliche Bevölkerung stürmte in die Innenstadt, um sich mit neuer, preiswerter Bekleidung einzudecken. Es wurde um jeden Schilling gefeilscht und wenn man schließlich ein besonders begehrenswertes Stück erstanden hatte, ging man zu Günther Karli, dem Eisenhändler am Kirchenplatz, um sich ein Stück Packpapier zu holen.

Der schwindende Erfolg des Marktes ist möglicherweise dem Wandel der Zeit zuzuschreiben, sind sich die Standler einig. „Heute, wo es in jeder Stadt einen Billigladen gibt, kommen viele Menschen nur noch, um zu schauen oder ein Langos und ein paar Schaumrollen zu kaufen. Die Markttradition stirbt langsam aus“, meinen die Standler.