Erstellt am 01. Dezember 2015, 05:13

von Birgit Kindler und Gila Wohlmann

Nach Amokfahrt: "Ich kann nichts essen!". Susanne Schaufler musste miterleben, wie ein Hofstettner mit seinem Auto in den Friseursalon krachte. Nur 15 Zentimeter neben ihr kam der Pkw zum Stehen.

 |  NOEN, SUSANNE SCHAUFLER PICTURES

"Ich kann nichts essen und in der Nacht habe ich Schweißausbrüche“, sagt die Herzogenburgerin Susanne Schaufler. Grund dafür: Sie musste die Amokfahrt im Friseursalon „Schnittpunkt“ in Hofstetten-Grünau hautnah miterleben.

„Ich war gerade mit einer Kundin im Salon, als ich plötzlich draußen die Lichter des Autos sah“, so Schaufler, die in jenem Friseursalon arbeitet. Ungebremst fuhr der Wagen durch die Glasfront und kam nur 15 Zentimeter neben der Herzogenburgerin zum Stehen. „Glücklicherweise befanden sich meine Kundin und ich im Waschbereich, der sich auf einem erhöhten Podest befindet, sonst wäre die Situation wahrscheinlich anders ausgegangen“, meint Schaufler.

Auf der Toilette verbarrikadiert

Der Mann habe noch ein paar Mal im Laden reversiert, sei ausgestiegen und habe gedroht, jemanden umzubringen. Sie habe sich mit ihrer Kundin auf der Toilette verbarrikadiert und die Polizei informiert. Nach einiger Zeit sei sie dann mit der Kundin herausgekommen. „Das Geschäft hat ausgesehen wie ein Trümmerhaufen und der Amokfahrer saß seelenruhig in einem Sessel und rauchte. Ich bin noch immer geschockt“, so die Friseurin. Glücklicherweise sei die Polizei in ein paar Minuten da gewesen, um den Mann festzunehmen. Der Amokfahrer, habe, laut Schaufler, die Chefin des Friseursalons, Daniela Enne, schon länger gestalkt.

Es wird gemunkelt, dass ein schwerer Verkehrsunfall vor einigen Jahren – seither sei der Mann auch Frühpensionist – zu seinem veränderten Verhalten geführt hat.