Erstellt am 16. Mai 2017, 05:50

von Claudia Stöcklöcker

Strafe für Klaps auf den Po. Beim Lernen mit dem Stiefsohn rutschte einem 28-Jährigen öfters die Hand aus. Wegen fortgesetzter Gewaltausübung musste sich der Mann jetzt vor Gericht verantworten.

Symbolbild  |  Shutterstock, BonNontawat

„Das, was sie als Klaps ansehen, sieht ein Kind als Demütigung an und macht Sie für das Kind unberechenbar“, sagt ein Richter zu einem 28-Jährigen aus Oberndorf. Den Klaps als Erziehungsmaßnahme verpasste er seinem Stiefsohn vom sechsten bis zum zehnten Lebensjahr regelmäßig. Weil sich das Kind einer Lehrerin anvertraute, kam das Martyrium ans Tageslicht.

" Ich hab’ ihm eine auf den Po gegeben, selten auf den Hinterkopf“

„Meistens hat es gekracht bei den Mathehausaufgaben. Ich wollte ihm etwas beibringen, er hat auf stur geschalten, wollte nicht lernen, da ist mir die Hand ausgekommen. Ich hab’ ihm eine auf den Po gegeben, selten auf den Hinterkopf“, erzählt der 28-Jährige.

Verstehen kann der Richter das nicht. „Das Kind hat gemacht, was Kinder in diesem Alter tun. Kinder sind mitunter etwas mühsam“, weiß er.

„Das Kind hat gemacht, was Kinder in diesem Alter tun. Kinder sind mitunter etwas mühsam“

Fünf bis 15 Jahre Haft drohen wegen des Tatzeitraums. „Der Gesetzgeber sieht Strenge vor, die ist dem Kind auch geschuldet“, fordert die Staatsanwältin Bestrafung wegen fortgesetzter Gewaltausübung.

Hinter Gitter muss der 28-Jährige aber nicht. Der Richter macht von der außerordentlichen Strafmilderung Gebrauch und verhängt über den Oberndorfer zweieinhalb Jahre bedingte Freiheitsstrafe. Weiters muss der Angeklagte 2.000 Euro an das Opfer bezahlen und sich einer Psychotherapie unterziehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.