Erstellt am 11. April 2017, 05:06

von Claudia Stöcklöcker

Wer hat jetzt gezündelt?. Feuer sollen zwei Asylwerber (15, 16) in ihrer Unterkunft gelegt haben. Von versuchter Brandstiftung wurden sie jedoch im Zweifel freigesprochen. Weitere Verfahren sind anhängig.

    |  APA (hex/Webpic)

Alarm schlug ein Rauchmelder im Mai 2016 im Computerraum des Asylquartiers am ehemaligen Biomin-Areal. Eine auf einem Kasten liegende Schachtel brannte, Mitarbeiter eilten rasch herbei. Mit einem Handfeuerlöscher bekämpften sie die Flammen. Der durch den Brand entstandene Schaden belief sich auf mehrere Tausend Euro.

Das Feuer gelegt haben sollen zwei afghanische Asylwerber (damals 15 und 16 Jahre alt). Als unbegleitete Minderjährige waren die Burschen nach Österreich gekommen, lernten einander in der Unterkunft kennen. Aus Rache sollen sie den Karton mit einer Autorennbahn angezündet haben. Motiv für die Tat sei Zorn gewesen sein, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Weil den Burschen ein Laptop, den sie mit in ihr Zimmer mitgenommen hatten, wieder abgenommen worden war, sollen sie gezündelt haben.

„Wir haben ein Brandgeschehen, wissen aber nicht, wann der Brand gelegt worden ist.“ Der Richter begründet die Freisprüche im Prozess

„Es gab Rauchentwicklung und nur die Angeklagten sind aus dem Zimmer gekommen. Ein Beweis dafür, dass sie für den Brand verantwortlich sind“, sagt der Staatsanwalt.

Geständig sind die Afghanen nicht und Zeugen belasten nun im Prozess nicht mehr. Weil die Beweisergebnisse somit nicht ausreichen, plädiert auch der Staatsanwalt für Freisprüche. Dem folgt der Schöffensenat, die Angeklagten werden von versuchter Brandstiftung im Zweifel freigesprochen. Die Urteile sind rechtskräftig. Der Richter begründet: „Wir haben ein Brandgeschehen, aber wir wissen nicht, wann der Brand gelegt worden ist.“

Gefährliche Drohung wird weiters dem mittlerweile 17-Jährigen vorgeworfen. In Wien soll er mit einem Taschenmesser auf Menschen losgegangen sein. Auch das gibt er nicht zu. 0,5 Promille hatte er damals intus. „Ich trinke oft Alkohol“, sagt er und gibt an, mit Jugendlichen eine Flasche Whisky getrunken zu haben. Weil Zeugen nicht erscheinen, wird dieses Verfahren vertagt. Wegen eines anderen Vorfalls sitzt der 17-Jährige in U-Haft, ein weiteres Verfahren steht ihm somit sicher ins Haus.