Obritzberg-Rust

Erstellt am 14. Juli 2017, 13:01

von Alex Erber

Laptop-Affäre: „Zahle nicht Fantasiepreis“. Altbürgermeister Gerhard Wendl nimmt nochmals ausführlich Stellung zu den Vorkommnissen rund um den gemeindeeigenen Computer. Notfalls retourniert er Gerät.

Gerhard Wendl mit dem „Corpus delicti“: „Es gibt keinen Schaden für die Gemeindebürger!“  |  NOEN, Thomas Heumesser

Die „Laptop-Affäre“ schlägt weiter hohe Wellen. Wie berichtet, hat Ex-Bürgermeister Gerhard Wendl (VP) den gemeindeeigenen Laptop nach seinem Rücktritt mit Genehmigung durch seine Nachfolgerin Daniela Engelhart an sich genommen. Bezahlt wurde bis dato nicht ein einziger Cent, das hat der Prüfungsausschuss bei einer Sitzung aufgedeckt.

Gerhard Wendl schildert nun die Geschehnisse aus seiner Sicht.

„Der Computer wurde 2014 von der Gemeinde von der Firma Gemdat angekauft und für meine Zwecke als Bürgermeister hergerichtet. Da ich als Bürgermeister stets für die Bürger da sein wollte, habe ich diesen Laptop fast immer bei mir gehabt, um so jederzeit auf Fragen oder Ansinnen der Bevölkerung antworten beziehungsweise reagieren zu können, wodurch der Rechner auch physisch sehr stark beansprucht wurde.“

Wendl habe auch oft am Abend oder am Wochenende von zu Hause aus für die Gemeinde gearbeitet: „Daher war es auch naheliegend, dieses Gerät im Gegenzug auch privat zu nutzen, wofür aber keine eigenen Programme/Lizenzen benötigt wurden.“

Die Geräte sind durch die rasante Entwicklung eher kurzlebig und müssen alle zwei bis drei Jahre neu aufgesetzt werden. Der Gemeinde-Computer bildete keine Ausnahme: „Der Laptop wurde durch die vielen Programme und Updates immer langsamer und störanfälliger.“

Durch den Bürgermeisterwechsel habe ein neuer Zugang mit neuen Programmen durch die Firma Gemdat errichtet werden müssen. Gerhard Wendl: „Da dies für einen alten Laptop keinen Sinn macht, wurde ein neuer für die Bürgermeisterin angekauft und für ihre Bedürfnisse eingerichtet. Die Kosten der Firma Gemdat wären somit ohnehin angefallen, wobei zu hinterfragen ist, warum dafür neue Lizenzen verrechnet wurden, da jene auf dem Altgerät von der Firma Gemdat selber entfernt wurden!“

„War und bin bereit, ein Entgelt zu zahlen“

Der Altbürgermeister wollte den von ihm verwendeten Laptop jedenfalls behalten: „Ich war und bin seit meinem Rücktritt bereit, ein angemessenes Entgelt für den drei Jahre alten Laptop zu bezahlen, habe aber noch keine Rechnung erhalten, da die Amtsleiterin auf einem Kurs für die Dienstprüfung war, und sich der Gemeindevorstand noch nicht auf einen Betrag einigen konnte.“

Wendl will den Laptop zwar behalten, aber im wahrsten Sinne des Wortes nicht um jeden Preis: „Sollte sich für den Laptop durch den Gemeindevorstand irgendein Fantasiepreis ergeben, etwa die 3.000 Euro, die von der Bürgerliste ,Wir‘ gefordert wurden, werde ich selbstverständlich den Laptop an die Gemeinde retournieren. Jeder Mensch weiß, was ein übliches Neugerät kostet.“

Für Wendl ist wichtig: „Es gibt keinen Schaden für die Gemeindebürger, Softwarekosten wären auch auf meinem Computer wieder gewesen. Niemand würde privat viel Geld in ein altes Auto investieren, warum soll es dann die Gemeindeführung in einen alten Computer tun?“

Und an die Adresse der Opposition: „Wenn man sonst nichts hat, dann veranstaltet man wegen so einem Thema einen Theaterdonner.“