Obritzberg-Rust

Erstellt am 06. Juli 2017, 05:16

von Alex Erber

„Nicht gestohlen und nicht zugeschanzt!“. Altbürgermeister Gerhard Wendl nahm nach Rücktritt Gerät zur Privatnutzung mit. Bezahlt worden ist bis dato kein Cent.

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Nach dem Rücktritt von VP-Bürgermeister Gerhard Wendl hat er den gemeindeeigenen Laptop zur Privatnutzung mit nach Hause genommen. Die Erlaubnis dazu hatte er von seiner Nachfolgerin Daniela Engelhart. Allerdings: Bis heute ist kein Geld dafür an die Gemeinde geflossen.

Der Rücktritt erfolgte am 4. April, am 22. Mai, also einige Wochen später, trat der Prüfungsausschuss zu einer Sitzung zusammen. Die Mitglieder des Gremiums fanden eine Rechnung in der Höhe von 700 Euro vor - Kosten für die Einrichtung eines neuen und für Sanierung des alten Dienstcomputers. Für den neuen Laptop von VP-Bürgermeisterin Engelhart sind 2.400 Euro berappt worden.

Gemeinderat Franz Marchat von der oppositionellen Bürgerliste „Wir“ und zugleich Vorsitzender des Prüfungsausschusses: „Ich verlange die volle Wiedergutmachung durch Wendl, es ist ein Schaden von über 3.000 Euro für die Gemeindebürger entstanden. Dieser Betrag ist zur Gänze einzufordern, dann kann von einer Strafanzeige abgesehen werden.“

„Das Gerät wurde nicht gestohlen“

Marchat bemängelt auch das Fehlen einer Inventarliste am Gemeindeamt: „Da kann jeder Mensch mitnehmen, was er will, jeder Saustall ist übersichtlicher geführt.“ Ortschefin Engelhart kann die Aufregung nicht nachvollziehen und spricht von „Theaterdonner der Opposition.“

Bereits vor der Übernahme des Laptops durch den Altbürgermeister sei klar gewesen, dass man eine Rechnung legen werde: „Das Gerät wurde nicht gestohlen und nicht zugeschanzt.“

Und weiter: „Weil zunächst die Höhe der Rechnung nicht klar war und überdies die Amtsleiterin aufgrund der bevorstehenden Dienstprüfung selten greifbar war, hat es bis jetzt keinen Beschluss des Gemeindevorstandes über die Höhe der Rechnung gegeben.“ Dieser Beschluss soll, so Engelhart, bei der nächsten Sitzung erfolgen.

„Vorgangsweise hat es bereits gegeben“

In diesem Zusammenhang verweist die Bürgermeisterin auf die gleiche Vorgangsweise beim Bürgermeister-Wechsel von Andreas Dockner auf Gerhard Wendl: „Auch Dockner nahm den Laptop mit und hat ihn bezahlt. Dieses Prozedere ist damals vom Prüfungsausschuss untersucht und nicht beanstandet worden. Auch die Prüfer des Landes NÖ fanden nichts Unrechtes. Es ist für mich rätselhaft, warum das Ganze jetzt so hochstilisiert.“

Altbürgermeister Gerhard Wendl hat die Debatte rund um seinen Laptop auch urlaubsbedingt gar nicht mitbekommen. Er habe sich selbst vor etwa drei Wochen am Gemeindeamt persönlich erkundigt, was er denn nun zu bezahlen habe: „Es hat geheißen, dass der Betrag noch nicht feststeht. Man werde sich bei mir melden, sobald das Ganze ausgeschnapst ist. Ich warte also jetzt weiterhin auf die Rechnung.“

Überglücklich ist er mit dem Gerät nicht: „Es ist leider etwas langsam.“