Erstellt am 02. März 2017, 17:15

von Alex Erber

Initiative vor Auflösung. Vor 25 Jahren bekämpften Bürger aus Perschlingtal und Tullnerfeld den Bau der neuen Westbahnstrecke. Bei der nächsten Versammlung fällt die Entscheidung über das Aus.

Transparenteaufstellung an der Bundesstraße 1: Ferdinand Doppler, Hans Fiedler, Peter Nussbaumer und Franz Rosch (von links).  |  NOEN

Ein ungewöhnlicher Schritt steht bei der kommenden Generalversammlung der Bürgerinitiative Perschlingtal-Tullnerfeld auf der Tagesordnung: Statt den turnusmäßigen Neuwahlen soll dabei der Antrag auf Auflösung des Vereins gestellt werden. Der Grund dafür: Die Arbeit ist getan und das erklärte Ziel erreicht.

Bei der Generalversammlung, die am Donnerstag, 2. März, um 19 Uhr im Gasthaus Schreiblehner in Atzelsdorf stattfindet, sind alle Anwesenden stimmberechtigt, die durch einmalige Zahlung einer Spende Mitglieder des Vereins geworden sind.

Obmann Peter Nussbaumer: „Wir haben den Rechnungshof auf die gegenüber der Planung massiv gestiegenen Errichtungskosten hingewiesen und warten noch auf die Prüfung des Projektes und dessen Ergebnis, was neben der Beobachtung des im Umweltverträglichkeitsgutachten festgelegten Beweissicherungsverfahrens die einzige Aufgabe des Vereines wäre und stellen daher die Frage nach der Auflösung des Vereins.“

Der Verein „Bürgerinitiative Perschlingtal-Tullnerfeld, eine überparteiliche Initiative zur Wahrung der Lebensqualität“, wurde vor 25 Jahren spontan ins Leben gerufen. Anlass war die öffentliche Vorstellung der Pläne zur Errichtung einer neuen Eisenbahnlinie von Wien nach St. Pölten im Jahr 1992.

Massiver Widerstand und Großdemonstrationen

Der Verein protestierte gegen die geplante Hochleistungsstrecke und formierte sich zum Widerstand. Die Vereinsmitglieder, darunter auch Obmann Peter Nussbaumer, nahmen an allen Informationsveranstaltung der Hochleistungseisenbahnstrecken-Aktiengesellschaft (HL-AG) teil.

Der Widerstand ging bis zum Besuch hochrangiger Politiker, darunter waren auch Bundespräsident Thomas Klestil, Verkehrsminister Viktor Klima, Umweltministerin Maria Rauch-Kallat und Landeshauptmann Erwin Pröll.

Organisiert wurden auch Großdemonstrationen, etwa bei Langenrohr oder die Besetzung der Planungswerkstatt Atzenbrugg sowie die Aufstellung vieler Transparente entlang der Bundesstraße 1 und 19. Ihre Argumente waren dabei derart entscheidend, dass die HL-AG nicht nur weitreichende Änderungen der Trassenführung durchführen, sondern auch Zugeständnisse in Sachen Lärmschutz, Grundwasserschutz, Landschaftsbild und Ökologie machen musste.