Erstellt am 09. Dezember 2015, 17:48

von Hans Kopitz

Proben in vollem Gange. Herzogenburger Sinfonieorchester bereitet sich auf den ersten kulturellen Höhepunkt im Jahr 2016 vor. Er geht am 3. Jänner in der Anton-Rupp-Freizeithalle in Szene.

Auch bei den Proben - so wie hier in den Räumen der Musikschule - hat Sandor Balogh (links) seine Musiker voll im Griff.  |  NOEN, Hans Kopitz

Gleich zu Beginn des kommenden Jahres, am Sonntag, 3. Jänner, steigt der erste kulturelle Höhepunkt der „Stadt mit Lebensqualität“, das Neujahrskonzert mit dem Herzogenburger Sinfonieorchester. Bereits zum 18. Mal lockt der musikalische Leiter Sandor Balogh mit seiner Crew hunderte Besucher in die Anton-Rupp-Freizeithalle. Die Proben der Musiker, die aus Herzogenburg, Krems, St. Pölten und Wien kommen, sind in vollem Gange und selbstverständlich wird wieder ein ansprechendes Programm geboten: Walzer, beschwingte Ouvertüren, Märsche, Polkas, Mazurkas und Operettenmusik.

„Primäres Ziel und Grundgedanke zur Gründung des Orchesters war es, jungen Herzogenburger Musikschülern und Musikern, Sängern und Künstlern Perspektiven zu eröffnen und ihnen die Möglichkeit zur Mitwirkung in diesem Orchester zu geben“, so der Gründer und Obmann des Vereins, Werner Hackl, als am 29. Mai 1999 die Musiker - damals noch als Herzogenburger Salonorchester - unter dem Motto „100 Jahre Walzerkönig Johann Strauss“ im Festsaal des Stiftes erstmals vor das Publikum traten. Einer der Höhepunkte war dabei der Auftritt der Sopranistin Eugenia Baskakova-Süß und des Tenors Andras Sosko, Mitglied der ungarischen Staatsoper und des damaligen St. Pöltner Stadttheaterensembles.

Propst Fürnsinn gab den Anstoß

Initiator zur Orchestergründung war eigentlich Propst Maximilian Fürnsinn. Hackl war als Obmann des „Vereins der Freunde Herzogenburgs“ mehrere Jahre Kulturchef der Stadt und im Rahmen dieser Tätigkeit fragte ihn der Stiftspropst, nachdem es früher das Orchester „Amici Musici“ gegeben hatte, ob er nicht wieder ein Orchester gründen könne. Da es in der Umgebung viele gute Orchester gab, die sich auf klassische Musik spezialisiert haben, wollte Hackl ein Marktlücke schließen und das war Operettenmusik - Strauß, Zierer, Ouvertüren: all das, was auch die Philharmoniker spielen.

Für die Gründung wollte Hackl erstklassige Qualität und fand als Dirigent Sandor Balogh, der als Leiter von Blaskapellen mit klassischer Ausbildung eine große Erfahrung hatte. Er war der beste Dirigent - und er kannte viele Musiker. Innerhalb kurzer Zeit wurde mit jungen Herzogenburgern das Orchester aufgebaut.

Junge, aufstrebende Talente

„Es waren junge, aufstrebende Talente mit hohem Können. Wir hatten aber auch Solisten, die heute profimäßig unterwegs sind, wie die Wilhelmsburgerin Veronika Weber. Sie trat mit neun Jahren in Herzogenburg zum ersten Mal solistisch auf, heute spielt sie in der Staatsoper und ist Absolventin der Meisterklasse auf der Hochschule. Auch der Trompeter Matthias Dockner ist heute solistisch in der ganzen Welt unterwegs“, gibt sich Hackl zurückblickend euphorisch.

Aus dem einstigen Salonorchster - also Klavier und 17 Musiker - wurde das Sinfonieorchester, da sich viele Musiker aus Wien oder Jugendorchestern melden, um bei einem guten Orchester mitspielen zu können. „Wenn hohe Qualität gespielt wird, kommen dementsprechend auch gute Leute. So ist es nicht mehr schwer, hervorragende Musiker für die Konzerte zu finden“, so Hackl, der auch betonte, dass alle gleich bezahlt werden - es gibt keinen Unterschied zwischen Profi- und Laienmusiker - und gleichzeitig Sandor Balogh Rosen streut: „Er hat ein fantastisches Gespür, was beim Publikum ankommt. Die Freude am Musizieren und am Zuhören ist bei jedem Konzert spürbar.“