Erstellt am 10. Juni 2016, 10:55

von Alex Erber

Problem-Baum ist weg. Der Bagger kannte keine Gnade: Ihm fiel die Hainbuche vor dem Blumenstüberl Lösch zum Opfer. Aus VP kommt harte Kritik an Vorgangsweise; Unverständnis bei Stadtrat Kellner.

Seit der Vorwoche ist nicht so, wie es einmal wahr: Der Bagger fuhr auf und fällte den Baum. Zuvor war angekündigt worden, ihn umzusetzen.  |  NOEN, zVg

Das ist aber schnell gegangen! Die jüngste NÖN-Ausgabe mit dem Bericht über den „Problem-Baum“ am Hauptplatz war gerade druckfrisch, da fuhr auch schon der Bagger der Firma Swietelsky auf und bereitete der Hainbuche den Garaus. Und zwar für immer, endgültig.

Notwendig wurde die Maßnahme durch das Bauvorhaben „Betreubares Wohnen“ am Hauptplatz 11. Es schmälert die Kapazität für Heurigenbänke, an denen die Besucher des Brassfestivals am kommenden Wochenende den Klängen der Musiker lauschen können. Also wird die Bühne nach hinten gerückt, um Platz für die Bänke zu schaffen. Doch das Verrücken der Bühne hätte die Hainbuche vor dem Blumenstüberl von Martha Lösch verunmöglicht.

Baum aus Siherheitsgründen gerodet

Der parteifreie Kulturstadtrat Alfred Kellner versprach zwar, dass der Baum nicht „ermordet“ werde. Und berichtete, dass man gerade auf der Suche nach einem Ersatz-Standort sei. Dieses Versprechen war offenbar nicht einzuhalten, denn die Hainbuche wurde endgültig gerodet. „Aus Sicherheitsgründen“, wie Kellner jetzt meint. Und: „Ich verstehe nicht, dass man aus einem Baum so ein Drama macht. Die Stadtgemeinde kümmert sich um Bäume, Sträucher und Grünflächen wirklich in jeder Hinsicht vorbildlich.“  

VP-Stadträtin Veronika Haas hatte vergeblich plädiert, den Baum zu erhalten. Ihr Vorgänger, Alt-Gemeindeparteiobmann Anton Bauer, geht mit Kellner und auch SP-Bürgermeister Herbert Pfeffer jetzt hart ins Gericht: „Sie haben kein Gefühl für Natur und Vegetation. Das ist eigentlich hinlänglich bekannt. Dass ein Baum mitten in der aufstrebenden Vegetation Ende Mai ausgerissen wird und man noch behauptet ,Man wird die Hainbuche nicht ermorden, sie kommt an eine andere Stelle‘ ist wohl der Gipfel einer versuchten Verharmlosung dieses Baummordes.“

Überdies habe sich in der Krone des Baumes auch ein Nest mit Jungvögeln befunden.