Erstellt am 31. März 2016, 04:54

von Alex Erber

Promis stemmen sich gegen die Windkraft. Plattform "Bürger für Bürger - Für Traismauer" hat Stimmen gegen Projekt gesammelt - auch aus der Nachbarschaft.

Windkraft Ja oder Nein? Traismauer stimmt am 10. April neuerlich ab.  |  NOEN, Thomas Heumesser

Die Windkraftgegner machen vor der Volksbefragung am 10. April noch einmal mobil. Das dritte Magazin der parteiunabhängigen Plattform „Bürger für Bürger - Für Traismauer“ wird demnächst allen Haushalten zugestellt werden. Darin sind nochmals die Argumente aufgelistet, die aus der Sicht der Initiative gegen die Errichtung von fünf Windrädern im Gemeindegebiet von Traismauer sprechen.

Um den Argumenten Zugkraft zu verleihen, hat man sich der Stimmen einiger Prominenter bedient, die wortgewaltig ihre Stimme gegen die Windräder erheben. Dazu zählt der Gemeinlebarner Wirt Hannes Windhör: „Es ist eine Katastrophe, was da im Wald geplant ist. Ich bin gegen das Windkraftprojekt am Reutbühel, weil ich nicht will, dass man dort ein wichtiges Biotop zerstört, den Lebensraum unserer Tiere vernichtet.“

"Wir zerstören mit diesem Projekt unser traditionelles Weinbaugebiet"

Der Winzer Johann Heinrich aus Hilpersdorf sagt: „Aus tiefer, innerer Überzeugung bin ich seit Beginn gegen das Windkraftprojekt in Traismauer und ich stehe dazu. Wir zerstören mit diesem Projekt unser traditionelles Weinbaugebiet über Generationen hinweg.“ Sein Kollege Hans Schöller aus Wagram pflichtet bei: „Unser Landschaftsbild, das durch Schotterabbau und Straßennetz sowieso schon negativ beeinflusst ist, wird für die nächsten Jahrzehnte und für die nächsten Generationen durch die Position der Windkraftanlagen weiter negativ geprägt.“

Apropos Schotterabbau: Auch der VP-Bürgermeister der Nachbargemeinde Sitzenberg-Reidling, der Schotter-Zar Christoph Weber, sorgt sich um die Natur: „Die Tourismus-Entwicklung der Kleinregion ist gefährdet, da Windräder auch aus umweltethischer Sicht nicht unbedenklich sind. Die Landschaft des Unteren Traisentaes verliert durch die 200 Meter hohen Bauwerke an Authentizität. Die industrielle Nutzung artenreicher Wälder, wie dem gegenständlichen, ist weder ökologisch, noch wirtschaftlich, noch energiepolitisch sinnvoll.“

„Verschandelung unserer Landschaft“

Auch Herzogenburg hat sich klar gegen die Windräder festgelegt. Stadtamtsdirektor Kurt Schirmer: „Als Hobbywinzer kenne ich in unserem Weingarten seit Jahren die unangenehme Lärmbelästigung durch die Rotorblätter und auch deren störenden Schattenwurf. Aufgrund der bereits zahlreich bestehenden Windkraftanlagen im Traisental bin ich deshalb gegen eine weitere Verschandelung unserer Landschaft.“

Mediziner Jürgen Hörhan, an vorderster Front im Kampf gegen die Windkraft und Zustellungsbevollmächtigter der Initiative appelliert an die Bürger: „Der Gemeinderat hat mit seinem Beschluss für eine Volksbefragung den Weg für eine einzigartige Chance geebnet. Es liegt jetzt an uns allen, diese Chance zu nutzen.“