Erstellt am 25. Februar 2016, 04:59

von Claudia Stöcklöcker

Prozess: "Eine schwere Partie". Im Suff sprang Bursche bei Feuerwehrfest mit einem Bein in das offene Fenster eines Autos. Richter bietet ihm nun Diversion an.

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Beim Feuerwehrfest in Stollhofen im Jahr 2013 gerieten junge Männer aneinander. In Kung-Fu-Manier sprang da einer zu später Stunde mit einem Bein in das offene Fenster eines Autos, mit Schlägen und Tritten sollen die Insassen des Fahrzeuges die Aktion quittiert haben.

Bereits vor einem Jahr saß das Quartett (23 bis 25 Jahre alt) auf der Anklagebank im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Viele Zeugen wurden seitdem befragt, in der Vorwoche standen die letzten Rede und Antwort.

„Allzu viel weiß ich nicht mehr“, sagen die meisten Zeugen. „Ich erinnere mich, dass einer mit sechs Meter Anlauf in Nahkampfmanier in das offene Fenster gesprungen ist. Später war sein Gesicht angeschwollen, ein Auge hat ziemlich wild ausgeschaut. Ob der Bursche beim Sprung mit dem Kopf gegen das Auto geschlagen ist, weiß ich nicht“, erzählt einer.

„Es wirkten Kräfte, die nicht alltäglich sind“

„Es ist schnell gegangen, ich war einfach nur baff“, sagt ein anderer. Und ein Dritter: „Es gab drinnen schon eine Rangelei, es war ein wirres Durcheinander. Nach dem Sprung hat sich keiner mehr ausgekannt.“

Für den Richter steht fest: „Ich habe ein umfangreiches Beweisverfahren durchgeführt. Es wurden Verletzungen festgestellt, woher die stammen, kann ich nicht nachvollziehen.“

Und weiters: „Da haben Kräfte gewirkt, die nicht alltäglich sind, ein großes Aggressionspotenzial in Zusammenhang mit Alkohol. Eine schwere Partie!“ „A ganz a schware“, bedauert der Kung-Fu-Springer.

Vom Raufhandel werden drei der Angeklagten freigesprochen. „Ihr Glück, dass das Erinnerungsvermögen der Zeugen getrübt ist“, so der Richter zu ihnen. Dem Vierten - ihm wird Beschädigung am Auto vorgeworfen - bietet der Richter Diversion an. Nach Probezeit von zwei Jahren kann das Verfahren gegen ihn eingestellt werden.