Traismauer

Erstellt am 22. Juli 2016, 05:21

von Alex Erber

Randalierer vor Gericht. Beim Fest der Freiwilligen Feuerwehr Traismauer-Stadt ging es nach Mitternacht rund. Ein Brüderpaar steht unter schwerem Verdacht: Das Duo soll drei Polizisten verletzt haben.

 |  NOEN

Nach dem Vorglühen in der Pizzeria und dem Genuss von Bier am Eisstand ging es zum Traismaurer Feuerwehrfest. Auch dort schmeckte der Gerstensaft vorzüglich, ebenso ein paar Tequila-Shots. Irgendwann wurde ein Brüderpaar, das vor nicht allzulanger Zeit ins Zentrum der Römerstadt gezogen war, dann doch ein ein wenig auffällig: „Ich war am Limit“, erklärte ein 24-Jähriger. Sicherheitshalber alarmierten die Silberhelme die Polizei, ehe sie das Duo gemeinsam mit privaten Sicherheitskräften aus dem Zelt beförderten. Die Exekutive war wenig später zur Stelle. Es sah alles nach einem normalen Ablauf auf. Aufnahme der Personalien, Anzeige wegen Ordnungsstörung, Abmahnung. „Für uns war die Amtshandlung schon erledigt“, erklärt ein Polizist im Zeugenstand beim Prozess am Landesgericht St. Pölten.

„Das Blut ist nur so runtergelaufen“

War sie nicht. Denn wie aus heiterem Himmel attackierte der 22-Jährige einen Exekutivbeamten, ging mit beiden Füßen auf ihn los. „Das Blut ist meinem Kollegen nur so runtergelaufen. Ich dachte erst, dass man ihn mit einer Eisenstange geschlagen hat“, schildert eine Polizistin.

Auch sein 24-jähriger Bruder war derart renitent, dass er festgenommen werden musste. Das gestaltete sich einigermaßen schwierig, denn das Duo wehrte sich dagegen sprichwörtlich mit Händen und Füßen. Fazit: drei verletzte Polizisten, ein Ordnungshüter befand sich sogar 15 Tage im Krankenstand.

Bei den Angeklagten haben Handschellen nicht genügt. Beide Männer mussten auch mit Fußfesseln gebändigt werden. Und dann kam das lange Warten auf den Arrestantenwagen aus St. Pölten, denn: „Mit einem normalen Streifenwagen hätten wir sie niemals weggebracht“, macht ein Polizist aufmerksam.

Seltsames ist dann bei medizinischen Untersuchungen in der Justizanstalt St. Pölten festgestellt worden: Rückstände von THC und einem Beruhigungsmittel sind im Körper festgestellt worden. Das können sich die Angeklagten nur so erklären: „Man hat uns beim Feuerwehrfest Drogen in unsere Gläser geschüttet.“ Das wundert nicht nur den Richter: „Wie kann man Marihuana oder Cannabis in eine Flüssigkeit schütten?“ Wissen die Römerstädter auch nicht, die beiden Vorbestraften bleiben dabei: „Wir haben mit Rauschgift nichts zu tun.“

Der Richter vertagt den Prozess. Ein Sachverständigengutachten soll Aufschlüsse über den Grad der Zurechnungsfähigkeit zum vermeintlichen Tatzeitpunkt geben.