Erstellt am 08. Dezember 2015, 05:48

von Claudia Stöcklöcker

Rabiater Vater (27) brach Baby Bein. Sein sechs Wochen altes Kind verletzte der Mann beim Wickeln schwer.

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Urteil: 15 Monate bedingt. "Mir ist schon klar, ein Kind hält halt nicht so viel aus", sagt ein 27-Jähriger aus dem Raum Herzogenburg. Beim Wickeln brach er seinem sechs Wochen alten Sohn ein Bein und sitzt nun wegen schwerer Körperverletzung in einem Prozess am Landesgericht St. Pölten vorm Richter.

Ob der Beschäftigungslose wütend auf den Säugling oder aggressiv war und diesen misshandelt hat? „Nein“, sagt er, „ich bin halt nur nicht mit ihm richtig umgegangen. Beim Wickeln habe ich das Kind am Bein erfasst und hochgehoben.“ Und weiters: „Nach dem Vorfall hat das Jugendamt gesagt, dass ich ausziehen muss.“

Gelten lässt der Richter die Version des Angeklagten nicht. „Nur mit einem Hochheben lässt sich ein Spiralbruch des Oberschenkels nicht erklären. Im Kniebereich müssen Sie das Baby genommen, hochgezogen und dabei eine Rotationsbewegung durchgeführt haben. Wie ein medizinisches Gutachten ergeben hat, ist es durch erheblichen Kraftaufwand zur Körperverletzung gekommen“, erklärt der Richter dem jungen Vater.

15 Monate auf Bewährung

Für den 27-Jährigen setzt es 15 Monate auf Bewährung. Seine Entscheidung begründet der Richter. „Die Strafe ist streng. Mildernd war nur die bisherige Unbescholtenheit, geständig ist der Angeklagte nur teilweise, er schwächt ab.“

Und zum 27-Jährigen: „Ein Baby hält so einiges aus. Sie müssen beim Wickeln aber extrem grob gewesen sein. So verhält man sich nur, wenn man die Nerven verliert.“

Rechtskräftig ist das Urteil nicht, die Anklagebehörde gibt keine Erklärung dazu ab.