Erstellt am 28. Oktober 2015, 05:27

von Hans Kopitz

Rathaus ist 2017 fertig. Schon im März soll mit dem Neubau begonnen werden. Die Kosten werdensich auf 4,1 Millionen Euro belaufen. Im September 2017 soll alles fertig sein. HERZOGENBURG / „

So soll das neue Rathaus in Herzogenburg aussehen. Eine moderne Fassade dient als Blickfang.  |  NOEN, zVg

"Keine Angst, es ist keine Abstimmung, sondern nur eine Information“, so Bürgermeister Franz Zwicker ironisch im gutbesuchten Volksheim, wo er die Pläne für das neue Rathauses präsentierte. Unter den Besuchern sah man nicht nur Stadt- und Gemeinderäte, sondern auch Museumsdirektor Josef Sonnleitner, der bei der anschließenden Diskussion fleißig mitmischte.

Grundsätzliches zum Projekt Rathaus erklärte der Herzogenburger Architekt Richard Zeitl-huber, der gemeinsam mit dem Kremser Architekturbüro Göbl den Neubau entworfen hat. Außerdem stellte er die Projektleiter vor: Das sind Friedrich Göbl – der auch schon das Freizeitzentrum, den Aquapark und den Rathausplatz geplant hat – , sein Sohn Lukas Göbl, seit letztem Jahr Geschäftsführer des Architekturbüros, Bauleiter Josef Ruhm, der von seinem Schreibtisch oberhalb der Volksbank nicht einmal aufstehen muss, um nachzusehen, ob seine Arbeiter auch fleißig sind – und Statiker Kurt Schuh.

Eine Etage kommt dazu, Höhe bleibt gleich

Nachdem viele Monate herumgerätselt wurde, ob Neubau oder Sanierung des in die Jahre gekommenen Rathauses sinnvoller sei und diese Frage auch im Gemeinderat für reichlich Diskussionsstoff gesorgt hatte, wurden schlussendlich doch ein Neubau vorgezogen, da er laut Experten viele Vorteile bringt, etwa eine Etage mehr, ohne dass das Gebäude höher wird. Göbl und Zeitlhuber wurden mit einem Vorentwurf beauftragt.

Lukas Göbl präsentierte nun die endgültigen Pläne, die bei der letzten Gemeinderatssitzung einstimmig abgesegnet wurden und so steht dem 4,1 Millionen-Neubau, mit dem kommenden März begonnen werden soll, nichts mehr im Wege.

Der Eingang wird ähnlich wie jetzt, aber barrierefrei, gestaltet und mündet in eine zentrale Halle mit dem Bürgerservice, dem Stiegenhaus und dem Lift. Hier sind auch Verrechnung, Verwaltung und das Standesamt untergebracht.

Insgesamt werden 1.200 Quadratmeter – 400 pro Geschoß – zur Verfügung stehen, den neuen Sitzungssaal im Nordosten des 2. Obergeschosses mit Terrasse und Stiftsblick einbezogen. Wenn es nach den Wünschen der Architekten geht, soll nach dem Abbruch am 4. April mit dem Neubau begonnen werden, noch vor dem Winter soll er dicht sein, sodass mit dem Innenausbau fortgesetzt werden kann. Laut Zeitplan soll das Rathaus am 19. September 2017 seiner Bestimmung übergeben werden.

Toilette nur zu den Amtsstunden

Wichtige Fragen nach der Präsentation waren: Was geschieht mit der großen Photovoltaikanlage, die jetzt an der Südseite des Daches angebracht ist, und: Gibt es dann eine öffentliche Toilette? Die Photovoltaikanlage kommt künftig auf das Dach des Sitzungssaales und eine Toilette wird es zwar geben, diese wird aber nur zu den Amtsstunden zugänglich sein.

Zum Abschluss sorgte dann noch Josef Sonnleitner für allgemeines Unverständnis für seine Bitte beziehungsweise Forderung an die Architekten, dass bei der Neuerrichtung des Rathauses der alte „Ohrwaschlbrunnen“ wieder einen Platz am Rathausplatz finden muss: „Es ist eine gelungene Skulptur, die auch ein Kunstwerk ist – und wir sind es diesem Kunstwerk schuldig, dass dieses wieder seinen Platz hier bekommt, denn es ist ein Stück Herzogenburg!“

 „Ohrwaschlbrunnen“ vor dem Rathausplatz ist Geschichte

Bürgermeister Franz Zwicker konterte: „Ich habe kein Problem damit, wenn der Brunnen im Hof des Petschkahauses oder beim Kreisverkehr Oberhameten/Unterhameten aufgestellt wird, aber hierher kommt er nicht.“

Architekt Richard Zeitlhuber legte noch ein Schäuflein nach: „Heut ist heut und gestern war gestern!“ Und somit dürfte der „Ohrwaschlbrunnen“ vor dem Rathausplatz für immer Geschichte sein.