Erstellt am 15. März 2016, 14:40

Raubüberfall: Angestellten gefesselt und bedroht. Ein bisher maskierter und mit einer Pistole bewaffneter Täter überfiel am 14. März 2016 abends einen Einkaufsmarkt in Herzogenburg und erbeutete einen bis dato unbekannten Bargeldbetrag.

 |  NOEN, : LPD NÖ
Nach Beendigung der Abrechnung der Tageseinnahmen beabsichtigten die vier Mitarbeiter des Einkaufsmarktes, drei Frauen und ein Mann, ihren Arbeitsplatz beim Personalausgang zu verlassen. Gerade als eine Angestellte die Personalausgangstüre öffnete, sprang der maskierte Täter hervor und bedrohte die Angestellten mit einer Pistole. 

Er drängte sie zurück in den Lagerraum und zwang sie unter Androhung von Waffengewalt in das Büro zu gehen. Im Büroraum mussten sie den Standtresor öffnen. Der Täter übergab den Opfern ein Klebeband mit dem sie sich gegenseitig fesseln mussten. Anschließend fesselte der Täter die Opfer an Bürostühle. Mit selbst mitgebrachtem Werkzeug  brach der Räuber mehrere Kassen auf und entnahm das Bargeld. Danach drängte er alle Opfer in den Umkleideraum und stellte Möbelstücke vor die Türe, um eine Flucht zu verhindern.  Der Räuber verließ durch den Personalausgang das Gebäude und flüchtete in unbekannte Richtung. 

Angestellten konnten sich selbst befreien

Die Angestellten konnten sich selbst befreien und verständigten die Polizei. Die vier Opfer wurden nicht verletzt, erlitten aber einen Schock. 

Sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen unter Einsatz von Polizeidiensthunden verliefen negativ. Die Amtshandlung wurde durch das Landeskriminalamt Niederösterreich, Ermittlungsbereich Raub  und von der Tatortgruppe, übernommen.

Weitere Coups in NÖ

Der Räuber dürfte auch bereits am 17. November 2015 in Krems am Werk gewesen sein. Nach diesem Fall sind 3.000 Euro für zielführende Hinweise ausgelobt worden. Die Vorgangsweise bei dem Coup ähnelte sehr jener vom Montag: Der Räuber hatte damals am Abend nach Geschäftsschluss am Personalausgang zwei Verkäuferinnen aufgelauert und sie mit einer schwarzen Faustfeuerwaffe bedroht.

Er zwang die Frauen ins Gebäude zurück und den Standtresor im Büro zu öffnen. Dann wies er sie an, sich mit Kabelbindern selbst zu fesseln und auf den Boden zu legen, während er das Geld - einen hohen fünfstelligen Betrag - an sich raffte. Ehe er flüchtete, drängte er die Mitarbeiterinnen in den Umkleideraum und verbarrikadierte die Tür mit Möbelstücken.

Infrage kommen könnte der Mann nach Polizeiangaben vom Dienstagnachmittag zudem für den Überfall auf einen Supermarkt in Prinzersdorf (Bezirk St. Pölten) vom 28. August 2014. Der Coup war damals in der Früh von einem Räuber mit "Kugelbauch" verübt worden, der das Geld aus dem Tresor erbeutete. Er hatte damals drei Angestellte in seine Gewalt gebracht, denen er am Lieferanteneingang aufgelauert hatte.

Täterbeschreibung:

Vermutlich Inländer, sprach niederösterreichischen Dialekt, ca. 50 bis 60 Jahre, ca. 165 bis 175 cm groß, korpulente Statur, auffälliger ‚Bierbauch‘, maskiert mit schwarzer Strickhaube (Augen ausgeschnitten), braune Jacke mit silberfarbenen Druckknöpfen, dunkelblaue Leinenhose, braune Schnürschuhe, bewaffnet mit schwarzer Pistole.

Für sachdienliche Hinweise, die auf Wunsch auch vertraulich behandelt werden und die zur Ausforschung des Täters führen wurde eine Belohnung in der Höhe von 3.000,- (dreitausend) Euro ausgelobt.