Herzogenburg

Erstellt am 26. April 2017, 05:59

von Hans Kopitz, Günther Schwab und Lisa Röhrer

Schulen: „Haben genug Ferien“. Schule Meinungen der Direktoren und Elternvertreter sind gespalten: Direktor Gerhard Beitl hält einheitlich freie Tage im Herbst für beste Lösung, Otto Schandl will Autonomie behalten. Von Lisa Röhrer, Hans Kopitz

Otto Schandl: „Von einheitlichen Ferien halte ich nicht viel. Man sollte die Autonomie der Schulen bewahren.“  |  NOEN

Die Debatte über einheitliche Herbstferien ist wieder neu entflammt. Die Tage von 26. Oktober bis 2. November sollen, zumindest, wenn es nach VP-Familienministerin Sophie Karmasin geht, künftig für alle Schüler frei sein. Dafür würden drei autonome Tage wegfallen – unabhängig davon, wie viele es wirklich braucht, um die Lücken zwischen den Feiertagen zu füllen.

Thomas Hofbauer: „Es gibt schon genug Ferien – ich sehe das bei meinen Kindern.“  |  NOEN, NÖN

Die Direktoren der Region Herzogenburg stehen dem Vorschlag sehr unterschiedlich gegenüber. Eine Fixierung der schulautonomen Tage findet Gerhard Beitl, Direktor der Neuen Mittelschule Traismauer, sehr begrüßenswert. Bisher war die Festlegung dieser Tage – in Pflichtschulen sind es vier pro Schuljahr, in höheren Schulen fünf – den Ausbildungsstätten überlassen. „Eine gemeinsame Lösung ist für alle Beteiligten am besten“, meint der Schulleiter. Die Planbarkeit werde dadurch erleichtert. „Vor allem Eltern, die Kinder in verschiedenen Schulen haben, werden sich darüber freuen. Ich bin daher zu 100 Prozent dafür!“

„Verpflichtende Herbstferien haben nicht viel Sinn. Es gibt schon genug Ferien. Ich sehe das bei meinen Kindern.“

Thomas Hofbauer

Zustimmung bekommt der Schulleiter auch von Silvia Klimek, Direktorin des BG/BRG St. Pölten Josefstraße. „Das ist eine gute Idee. Viele Familien haben Kinder in mehreren Schulen. Die haben dann oft zu ganz unterschiedlichen Zeiten frei.“ Eltern könnten somit nichts planen, es ist keine Zeit für gemeinsame Aktivitäten und die Kinderbetreuung wird erschwert. Außerdem sei der Herbst lang und stressig. „Da wird ordentlich Stoff gemacht, eine Pause kann also sicher nicht schaden.“

 |  NOEN

Dieselbe Meinung vertritt der Perschlinger Peter Nussbaumer, Direktor des Piaristengymnasiums in Krems: „Die pädagogische Sinnhaftigkeit von Ferientagen mitten im Schuljahr ist nicht erkennbar. Allerdings ist es in Schulstädten wie Krems oder St. Pölten jedenfalls sinnvoll, gemeinsame Herbstferien zu vereinbaren, da Schüler von Mehrkindfamilien meist unterschiedliche Schulen besuchen.“ Auch er verweist auf Schwierigkeiten, mit denen diese Familien bei unterschiedlich verteilten schulautonom freien Tagen konfrontiert sind. „Einerseits sind gemeinsame Unternehmungen nicht möglich und andererseits ist die Beaufsichtigung jüngerer Kinder schwer möglich, wenn sie an verschiedenen Tagen schulfrei haben“, begründet der Schulleiter.

Ein etwas vorsichtigeres „Ja“ gibt es hingegen von Susanne Ettenauer, Obfrau des Elternvereins Traismauer: „Ich bin für Herbstferien an Pflichtschulen, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Schultage dadurch nicht reduziert werden.“

Schulen sollen selbst entscheiden

Eine völlige konträre Meinung vertritt Otto Schandl, Direktor der Neuen Mittelschule Herzogenburg: „Von verpflichteten Herbstferien halte ich nicht viel, man sollte die Autonomie der Schulen offen lassen. Wir haben ja die schulautonomen Tage und wer will, kann sie zwischen 26. Oktober und 1. November nehmen, sie werden aber nicht immer so günstig fallen wie heuer.“

Susanne Ettenauer: „Ich bin dafür – wenn die Schultage dadurch nicht reduziert werden.“  |  NOEN

Zuspruch bekommt er vom Elternvereins-Obmann seiner Schule, Thomas Hofbauer. Auch er möchte die Autonomie der einzelnen Schulen weiter beibehalten. „Verpflichtende Herbstferien haben nicht viel Sinn, finde ich, es gibt schon genug Ferien für die Kinder – ich sehe das bei meinen.“