Herzogenburg

Erstellt am 28. Juni 2016, 05:00

von Alex Erber

Kampf gegen Lärm in Herzogenburg. Unnötiger Radau am Wochenende? Der Gemeinderat will Abhilfe schaffen, eine Verordnung wird demnächst vorbereitet.

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Bumm-bumm-bumm dröhnt es aus dem getunten BMW, in dem ein junger Mann vor einem Haus auf seinen Freund wartet. Eine geschlagene Viertelstunde macht sich am späten Samstag-Abend der Bass aus dem Auto in der ganzen Gasse bemerkbar. Um solche oder ähnliche Vorfälle zu vermeiden, hat die FP im Zuge der jüngsten Sitzung des Gemeinderates per Dringlichkeitsantrag den Erlass einer Lärmschutzverordnung gefordert. Sie soll speziell an Wochenenden für Ruhe sorgen.

Der Dringlichkeitsantrag wurde mit einer Stimmenthaltung in die Tagesordnung aufgenommen. Die Enthaltung kam von VP-Gemeinderat Erich Huber-Günsthofer, der mit dem Antrag keine richtige Freude hat. Er macht sich Sorgen um die Häuslbauer. Ihre Arbeiten müssten auch weiterhin gewährleistet sein: „Ich selbst bin oft am Samstag bis 20.30 Uhr bei der Mischmaschine gestanden.“

„Wir sollten nichts übers Knie brechen“

SP-Stadtrat Richard Waringer brachte die Gedanken der meisten Mandatare auf den Punkt: „Der Gedanke ist nicht schlecht, aber wir sollten hier nichts übers Knie brechen.“

Waringer zeigte auf, dass die Forderung etwas unausgegoren ist, weil etwa die Sanktionsmöglichkeit nicht berücksichtigt worden ist: „Was passiert, wenn sich jemand nicht an die Verordnung hält? Wir sollten in aller Ruhe eine Verordnung schaffen, die dann Hand und Fuß hat.“

Ehe eine Lärmschutzverordnung beschlossen werden kann, muss jedenfalls eine geltende Verordnung aufgehoben werden, deren Inhalt dann in die neue Verordnung inkludiert wird. Sie betrifft das Rasenmähen, das jetzt schon im Stadtgebiet, das als Bauland ausgewiesen ist, von 20 Uhr bis zum nächstfolgenden Tag um 8 Uhr, am Samstag ab 17 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen ganztägig verboten ist.

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