Erstellt am 16. Juni 2016, 17:55

von Claudia Stöcklöcker

Sachwalter prellte den eigenen Vater. Ein 42-Jähriger sollte sich um Finanzen kümmern und langte kräftig zu: Bewährungsstrafe.

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"Ich bin mir meiner Schuld bewusst und bin geständig", zeigt sich ein Waldviertler reuig im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Seinen eigenen Vater, einen Traismaurer, prellte der 42-Jährige um Erspartes und sitzt nun wegen Untreue auf der Anklagebank.

Als Sachwalter für den Vater kümmerte sich der Handwerker um dessen Finanzen. Weil es wegen eines Privatkonkurses eng war bei ihm im Geldbörsel, behob er unerlaubter Weise insgesamt 7.700 Euro vom Sparbuch des Vaters.

7.700 Euro vom Sparbuch des Vaters

„Sie haben immer wieder höhere Beträge abgehoben. Was haben Sie damit gemacht?“, will die Richterin wissen „Ich habe meinen Meisterkurs im Wifi damit finanziert. Der hat 4.000 Euro gekostet, die Prüfung habe ich leider nicht geschafft“, erklärt der Angeklagte.

Und setzt fort: „Ich habe auch dafür Werkzeug gebraucht, und auch das war nicht billig. Aber ich weiß, das rechtfertigt meine Tat nicht. Mir war schon klar, dass ich das Geld vom Vater nicht nehmen darf.“

Bei der schriftlichen Rechnungslegung gegenüber dem Pflegschaftsgericht kamen die Malversationen ans Tageslicht. „Da wurde man auf Behebungen aufmerksam, die nicht nachvollziehbar waren“, weiß die Richterin.

Das letzte Wort des Angeklagten: „Es tut mir schrecklich leid.“ Den Schaden will er gutmachen.

Für den 42-Jährigen setzt es fünf Monate auf Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.