Herzogenburg

Erstellt am 19. Juli 2016, 05:11

von Hans Kopitz

Aus für Stiftsheurigen in Herzogenburg. Die Institution bestand seit dem Jahr 1936, jetzt ist für immer Schluss. Familie Baumgartner plant etwas Neues in ihrem Haus in Oberndorf: „Ist noch nicht ganz spruchreif.“

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Zur „Heurigen-Finissage“ lud vergangene Woche die Familie Baumgartner im Stiftsmeierhof, denn der Stiftsheurige schloss nicht nur für diese Saison, sondern für immer seine Pforten; eine Institution, die es immerhin seit 1936 gibt oder - besser gesagt - gegeben hat. Viele Gäste aus den umliegenden Bezirken, ja sogar von anderen Bundesländern, schätzten sowohl die Küche von Bernadette Baumgartner als auch die edlen Tropfen aus dem Traisental und kamen immer wieder gerne zu diesem Heurigen mit dem Blick auf die herrliche Ostfassade des Stiftes.

„Wir dachten einfach, wir hören hier auf“

Zahlreiche Vermutungen ranken sich um die Schließung, doch die meisten Gerüchte sind aus der Luft gegriffen: „Wir hätten in der nächsten Zeit doch einiges Geld investieren müssen, denn die gewerblichen Auflagen werden immer mehr - ja und den Pachtvertrag, den es seit nunmehr 50 Jahren gibt, hätte auch erneuert gehört. Wir dachten einfach, wir hören hier auf“, so die Heurigenwirtin.

Doch ganz ist der Baumgartner-Heurige noch nicht verloren, denn die Familie - Vater Mutter und vier Kinder, die immer fleißig dabei waren - planen etwas Neues in ihrem Haus in Oberndorf. „Es ist noch nicht ganz spruchreif und ich möchte auch noch keinen Termin sagen, aber es wird auf alle Fälle etwas. Den Ab-Hof-Verkauf gibt es ja weiterhin, den wollen wir nochmehr ausbauen - und was die Zukunft bringt, wird sich zeigen“, so Bernadette Baumgartner. Also doch rosige Aussichten für Weinliebhaber und die, die es noch werden wollen.

Stiftspropst Maximilian Fürnsinn selbst tut es leid, dass der Stiftsheurige schließt: „Wir werden etwas anderes zur Nutzung des Meierhofes finden. Es liegen zwar noch keine konkreten Pläne vor, aber einen Heurigen in dieser Form wird es wahrscheinlich nicht mehr geben.“

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