Erstellt am 16. Juni 2016, 05:55

von Hans Kopitz

Schon 1.500 Einträge: Die Topothek wächst!. Viele Dokumente und Berichte wurden seit 2012 für die Nachwelt gerettet. Jubiläumsbild zeigt ehemalige Landesrebschule.

Als 1.500. Bild wurde dieses Foto von der alten Landesreb- und Baumschule, an die sich heutzutage wohl kaum jemand noch erinnern kann, in der Topothek veröffentlicht. Das Onlinearchiv bietet eine gute Möglichkeit, um lokalhistorisches Wissen, Fotos und Dokumente für kommende Generationen zugänglich zu machen. Weiteres Material kann zu den Amtszeiten jederzeit im Rathaus abgegeben werden.  |  NOEN, Topothek/Hans Michael Blauensteiner

Es werden immer mehr! Die 2012 veröffentlichte Topothek verzeichnet ein rasantes Wachstum: Kürzlich gab es bereits den 1500. Eintrag - ein Foto, das die ehemalige Landesreb- und -baumschule in der Kellergasse zeigt. Zu sehen ist darauf das ehemalige Regenauffangbecken. Als Orientierungspunkt soll das Marterl, das als „Rotes Kreuz“ bezeichnet wird, dienen, das an dieser Stelle noch heute existiert.

Die Rebanlage gab es bereits Ende des 19. Jahrhunderts. 1899 wurde der junge Winzer Michael Blauensteiner zum Leiter der Rebanlage als Landes-Oberwinzer bestellt. Das Gebäude diente als Werkstatt und Lagerraum für die Veredelungen, die von hier aus zu allen Weinbauern des NÖ Zentralraumes gingen. 1925 wurde dann die Anlage mit der Weinbauschule in Krems zusammengelegt.

Michael Blauensteiner wurde 1921 Bürgermeister von Herzogenburg. Auf dem Foto steht er als Hausherr in der Einfahrt zur Anlage.

Das Bild, wohl schon vom Herzogenburger Fotografen Anton Willert arrangiert, ist eines der Highlights im Bestand der Topothek.

Dokumente und Wissen sollen erhalten bleiben

Erich Böck, der Topothekar, dankt Hans Michael Blauensteiner, dem Enkel des Oberwinzers, der dafür das Fotoarchiv seines Großvaters geöffnet hat - und freut sich über alle Fotos und Berichte, die er für die Nachwelt retten kann: „Wer weiß, wie viele Schätze noch in den Schubläden der Herzogenburger Bürger schlummern? Barbara Seger nimmt im Rathaus zu den Amtszeiten gerne das Material entgegen.“

Die Topothek - www.herzogenburg.topothek.at - ging im November 2012 offiziell online. Sie ist ein regionalhistorisches Online-Archiv, das auf Gemeindeebene mit lokalen „Historikern“ realisiert wird.

Jeder Bürger ist aufgerufen, etwas beizutragen. Die Topothek sammelt, archiviert, verortet. Sie stellt Bilder, Dokumente, Karten sowie Bild- und Tondokumente im Internet für die Allgemeinheit zur Verfügung. Damit sollen lokalhistorische Dokumente und Wissen der nachfolgenden Generation erhalten bleiben.

Das zur Verfügung gestellte Material bleibt dabei beim jeweiligen Besitzer, es wird nur eine Kopie ins Netz gestellt.