Erstellt am 17. November 2015, 10:33

von Alex Erber

Schuss auf Sohn: Pensionisten drohen zwei Jahre Gefängnis. 71-Jähriger hielt seinen Sohn für einen Einbrecher und feuerte ohne zu zögern. Am Freitag muss er sich vor Gericht verantworten.

Schauplatz des Unglücks: ein schmuckes Einfamilienhaus in der Michael-Vollrath-Gasse.  |  NOEN, Archiv

Es war die Bluttat, die ganz Herzogenburg schockiert hat: In der Nacht auf 11. Juli hallten zwei Schüsse durch die Michael-Vollrath-Gasse. Ein Pensionist schoss auf seinen heimkehrenden Sohn, weil er ihn für einen Einbrecher hielt.

Der Unglücksschütze muss sich nun vor Gericht verantworten. Der Prozess findet am kommenden Freitag, 20. November, in den Räumlichkeiten des Landesgerichtes St. Pölten statt. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen erhoben. Höchststrafe: zwei Jahre Haft. Den Vorsitz führt Richterin Doris Zwettler-Scheruga.

„Die Nacht war ein Horror“

Wie ausführlich berichtet, hatte der Sohn, ein angesehener Pädagoge, die Schlüssel vergessen. Er wollte sich durch ein Fenster Zutritt zu dem Einfamilienhaus verschaffen. Die Geräusche alarmierten seinen Vater. Ohne zu zögern eröffnete der 71-Jährige das Feuer. Eine Kugel traf den vermeintlichen Einbrecher, der schwer verletzt wurde. „Die Nacht war ein Horror“, erzählte damals eine Anrainerin, „ich habe noch immer die Schreie des Verletzten im Ohr, der immer wieder ,Hilfe, ich verblute‘ rief.“

Das Opfer musste tagelang im Universitätsklinikum St. Pölten verbringen.