Herzogenburg

Erstellt am 11. August 2016, 04:13

von Hans Kopitz

Ringmauer wird auf Hochtouren renoviert. Das Stift investiert dafür nicht weniger als 225.000 Euro: Denkmalgeschütztes Objekt wird bald in völlig neuem Glanz erstrahlen.

Marcel Reiser (links) und Matthias Denk sind zurzeit mit der Ringmauer-Renovierung beschäftigt: „Die nächsten vier Wochen werden wir schon hier zu tun haben“, so die beiden Arbeiter der Firma Heigl.  |  NOEN, Hans Kopitz

Die Sanierungsarbeiten an der nördlichen Ringmauer gehen mit unvermindertem Tempo weiter. Vom Topf-Haus Richtung Osten wird die Mauer neu verputzt. Sie gehört wie zum Beispiel die Einöder Ortskapelle oder das Tabernitus-Kreuz in Wielandsthal zu den 54 denkmalgeschützten unbeweglichen Objekten in der Stadtgemeinde.

Heute hat diese Ringmauer nur mehr historischen Wert, doch früher war sie Schutz gegen Überfälle und Plünderungen. Die erste gemeinsame Ortsbefestigung beider Märkte - dem Oberen und den Unteren Markt - war ein eher primitiver Erdwall, wurde um die Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet und durch Zaun und Graben weiter ausgebaut. Die Wirren im Zuge der ungarischen Besetzung von NÖ brachten der Stadt 1477 die erste steinerne Befestigungsanlage, deren Ausbau und Bestückung mit Rundtürmen vorerst 1529 abgeschlossen war und stetig erneuert auch dem Türkenansturm im Jahre 1683 standhielt.

Lediglich das Au-Tor konnte erhalten werden

Diese Wehranlage - eben die besagte Ringmauer - ist in geschlossener Form heute nur noch an der Nordseite erhalten. St. Pöltner, Kremser und Wiener Tor wurden nach dem Jahr 1866 abgetragen, nur das am Anfang des 18. Jahrhunderts umgebaute Au-Tor - gegenüber vom Sportplatz-Eingang - konnte erhalten werden.

Von den ehemaligen elf Mauertürmen haben nur sechs die Stürme der Zeit überlebt. Von 1905 bis 1918 wurden die Gräben mit Ausnahme der Nordfront eingeebnet und damit eine neue städtebauliche Phase eingeleitet.

Für die Renovierung der im Besitz des Stiftes befindlichen Ringmauer muss Propst Maximilian Fürnsinn tief in die Tasche greifen, für 2014, 2015 und 2016 wurden 225.000 Euro veranschlagt, von der Gemeinde gab es dazu 9.000 Euro Subvention.