Traismauer

Erstellt am 19. Juli 2017, 19:12

von Birgit Kindler

Keine Therapie für Sohn: „Muss erst was passieren?!“. Mutter will eine Therapie für ihren Sohn, der an einer schweren Psychose leidet. Allerdings ist eine Aufnahme schwierig, wenn sich der Patient nicht selbst einweist.

   |  APA (Symbolbild)

Völlig verzweifelt ist eine Mutter aus Traismauer. Sie macht sich große Sorgen um ihren 25-jährigen Sohn. Der junge Mann leidet seit seinem 16. Lebensjahr an einer Psychose.

„Besonders schlimm waren seine Wahnvorstellungen im Juni. Er hat alle seine Sachen im Garten verbrannt und gemeint er müsse sich vernichten, da er nicht mehr leben darf“, erzählt die Mutter. Außerdem sei er mit einem Messer in den Wald gefahren und hat gemeint, er werde verfolgt und müsse sich und die Familie beschützen, so die Traismaurerin.

Der Sohn sei ins Landesklinikum Mauer eingeliefert worden, wurde aber nach einigen Tagen entlassen. „Das Problem ist, dass er nicht einsichtig ist und keine Therapie machen will. Die Ärzte können ihn zu keiner Behandlung zwingen. Es muss erst etwas passieren, dann wird jemand aufgenommen“, klagt die Mutter. Insgesamt sei er schon sieben Mal in Mauer gewesen und einmal in Tulln.

Unschuldige Person könnte verletzt werden

Für die Familie sei es schwierig, mit dieser Situation klarzukommen und mit einem psychisch kranken Menschen zusammen zu leben. „Im schlimmsten Fall kommt er oder eine unschuldige Person zu Schaden“, zeigt sich die Traismaurerin besorgt. So lange will sie nicht warten und hat deshalb auch die Sachwalterschaft für ihren Sohn beantragt.

Seitens des Landesklinikums Mauer verweist man darauf, dass die Dauer des Aufenthalts individuell ist bei Patienten, die freiwillig kommen. Haben sich die Symptome verbessert und ist die ambulante fachärztliche Betreuung gesichert, wird der Patient entlassen. Die Patienten können den Aufenthalt auch selbst beenden.

„Bei Patienten, welche gemäß dem Unterbringungsgesetz (UbG) angehalten werden, richtet sich die Aufenthaltsdauer nach dem durch das Bezirksgericht Amstetten festgelegten Zeitraum“, so ein Sprecher des Landesklinikums. Von Seiten der Abteilung könne der Patient bei nicht mehr vorliegenden UbG-Bedingungen auch vorher entlassen werden. Zu keiner Aufnahme kommt es hingegen, wenn der Patient keine Aufnahme wünscht und keine UbG-Kriterien vorliegen: „Die Aufnahmen gemäß dem UbG haben Priorität, freiwillige Aufnahmen müssen oft nach dem Gesichtspunkt der Belagskapazitäten triagiert werden. Die Aufnahme wird dann für einen entsprechenden Zeitraum vereinbart.“