Erstellt am 18. Mai 2017, 05:27

von Alex Erber

Raubüberfall geklärt: Das Opfer atmet auf. Traismaurer mit kroatischen Wurzeln (25) hat die brutale Attacke auf die ehemalige Gastronomin Therese Pokorny gestanden.

Therese Pokorny nach dem Überfall im Jänner 2013: Sie musste mehrere Tage im Universitätsklinikum St. Pölten verbringen, weil ihr der Täter schwere Kopfverletzungen zugefügt hatte. Nun wurde der 25-Jährige verhaftet.  |  NOEN, Archiv/Günther Schwab

Er galt als „Phantom“ und die Hoffnung, ihn zu schnappen, war nicht sehr groß. Doch jetzt gelang es Ermittlern des Landeskriminalamtes, einen brutalen Räuber dingfest zu machen.

Rückblende: Im Jänner 2013 ist die damalige Gastronomin Therese Pokorny vom „Traismaurer Krügerl“ überfallen worden. Der Täter passte sie nach der Sperrstunde ab. Als sie in ihr Auto in der Venusbergerstraße steigen wollte, versetzte ihr der Mann mit einem Radmutternschlüssel zwei wuchtige Schläge auf den Hinterkopf. Dann nahm er zwei Handtaschen an sich, in denen sich rund 5.000 Euro, ein Mobiltelefon und mehrere Schlüssel befanden, und suchte das Weite. Die damals 56-jährige Wirtin erlitt durch die Schläge schwere Kopfverletzungen und musste mehrere Tage im Universitätsklinikum St. Pölten verbringen.

Eine DNA-Spur führte zum Räuber

Eine der beiden Handtaschen konnte sichergestellt werden; ebenso das Tatwerkzeug, das der Unbekannte zurückgelassen hatte. Vom Täter fehlte jede Spur - bis zur Vorwoche.

Denn Polizisten hatten nach einem Einbruchsdiebstahl Ermittlungen gegen einen 25-Jährigen aufgenommen und dabei Spuren sichergestellt. Diese Spuren sind routinemäßig mit jener DNA verglichen worden, die der damals 21-Jährige am Tatwerkzeug in Traismauer zurückgelassen hatte: Volltreffer!

Beamte des Einsatzkommandos „Cobra“ stürmten am Montag-Morgen die Wohnung des Mannes in Krems und verhafteten das Muskelpaket. Die Beweislast war erdrückend: Der Traismaurer mit kroatischen Wurzeln zeigte sich bei den ersten Einvernahmen geständig: „Ja, ich habe damals die Wirtin überfallen!“

Weitere Straftaten begangen?

Nun wird einerseits untersucht, ob der Verdächtige für weitere Straftaten in Frage kommt. Und andererseits wird der zweite Überfall auf Therese Pokorny nochmals unter die Lupe genommen, denn die Wirtin war drei Jahre vor der Brutal-Attacke bereits einmal Opfer eines Räubers geworden, der damals ohne Beute flüchten musste.

Als Motiv für den Raub gibt der Römerstädter seine Geldnot infolge Spielsucht an. Er wurde ins Gefangenenhaus der Justizanstalt St. Pölten eingeliefert.

Im NÖN-Exklusivgespräch zeigt sich Therese Pokorny, sie befindet sich seit eineinhalb Jahren im wohlverdienten Ruhestand, erleichtert: „Ich danke den Ermittlern der Raubgruppe des Landeskriminalamtes für die Aufklärung, ebenso den Mitarbeitern vom Akut-Team des Landes und vom Weißen Ring.“

Unglaubliche Last von Opfer gefallen

Pokorny hat am Montag nicht nur die gute Nachricht von der Verhaftung des mutmaßlichen Täters erhalten, sondern von ihrem Arzt auch die schlechte Nachricht, dass sie an einer schweren Erkrankung laboriert: „Ich hoffe, dass ich die Krankheit bewältigen kann, zumal ja jetzt eine unglaubliche Last von mir abgefallen ist. Der Täter war ein Schicki-Micki-Typ und bei mir nur sporadischer Gast. Glauben Sie mir, ich dachte an einige Personen als mögliche Täter, an ihn hätte ich ganz sicher zuletzt gedacht.“