Traismauer

Erstellt am 26. Juli 2016, 17:08

von Birgit Kindler

Prozess: Drogen für Sex. 20 Monate setzte es für einen 25-Jährigen. Neben Suchtgifthandel und Körperverletzung soll er eine Traismaurerin zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben.

 |  APA (Symbolbild)

Als könnte er keiner Fliege was zuleide tun, so gibt sich ein 25-Jähriger aus der Region Herzogenburg vor Richterin Andrea Humer bei einem Prozess am Landesgericht St. Pölten. Doch der Schein trügt: Es ist immerhin schon sein achter Auftritt vor Gericht.

Einen Suchtgifthandel in großem Stil hat der Österreicher von Sommer 2015 bis Ende März 2016 im Raum Herzogenburg betrieben. An den Mann gebracht haben soll er Speed, Cannabis und MDMA. Gefunden wurden bei ihm auch 15 Stück Cannabis-Pflanzen. Die Drogen verkauft hat er, um seinen eigenen Suchtgiftmittelkonsum zu finanzieren. Die Anklage geht noch weiter, zum Suchtgifthandel kommt auch Körperverletzung hinzu. Gemeinsam mit einem 42-Jährigen, ebenfalls aus dem Raum Herzogenburg, soll er einen Mann krankenhausreif geprügelt haben. Zu diesem Punkt zeigte sich der Angeklagte geständig, „aber erst, als die Beweislage so erdrückend war, dass es keinen Ausweg gab“, wie die Richterin bemerkte.

Zur Last gelegt wird dem 25-Jährigen auch die Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung. Er soll eine suchtgiftkranke Traismaurerin zwei Mal zu Geschlechtsverkehr und einmal zu Oralverkehr im Austausch gegen Drogen gezwungen haben. „Sie haben um die Zwangslage der jungen Frau gewusst, aber es war ihnen wurscht“, so die Richterin. Außerdem soll er die Traismaurerin mit den Worten „Wenn du was erzählst, wird es nicht leiwand für dich“ bedroht haben.

Reue des Angeklagten für Richterin zu spät

Vor der Urteilsverkündung beteuert der Angeklagte: „Es tut mir leid, ich will mein Leben ändern.“ „Das sagen Sie heute schon zum achten Mal, das ist ein bissl spät“, meint die Richterin und weist auf sieben Vorstrafen hin, sechs davon sind einschlägig. Der 25-Jährige wird zu 20 Monaten Freiheitsstrafe und fünf Jahren Probezeit verurteilt. Die Zeit, die er seit 1. April im Gefängnis verbracht hat, wird angerechnet. Ein Hausarrest kommt für ihn nicht in Frage.

Ebenfalls verurteilt wird der 42-Jährige, der bei der Schlägerei im Raum Herzogenburg dabei war. Die Richterin bietet dem Unbescholtenen Diversion an, was er ablehnt. „Ich habe niemanden geschlagen“, beteuert er. Er wird zu sechs Wochen Freiheitsstrafe verurteilt, die er nicht absitzen muss, wenn er sich in der dreijährigen Probezeit nichts zu Schulden kommen lässt. Nicht rechtskräftig.