Traismauer

Erstellt am 07. Dezember 2017, 11:56

von Claudia Stöcklöcker

Neun Jahre Haft für Raub. Vor knapp fünf Jahren überfiel 26-Jähriger die Wirtin vom „Traismaurer Krügerl“. Mit einem Radmutternschlüssel schlug er sie nieder und flüchtete mit 7.000 Euro Beute.

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Am 17. Jänner 2013 wurde die damals 56-jährige Wirtin vom „Traismaurer Krügerl“ überfallen und ausgeraubt, nun fasste der Täter (26) neun Jahre gesiebte Luft aus. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
„Der Angeklagte hat das Opfer abgepasst, zwei Mal auf den Hinterkopf geschlagen. Es ist zu Boden gegangen, der Angeklagte hat noch zweimal zugeschlagen, er ist äußerst brutal vorgegangen“, begründet Richterin Doris Wais-Pfeffer die Entscheidung des Schöffensenats.

Wie berichtet schlug der 26-Jährige mit einem Radmutternschlüssel auf die wehrlose Frau ein, als sie das Lokal verließ. „Es war nach Sperrstunde. Ich wollte gerade meine Tasche mit dem Geld ins Auto geben und zur Bank fahren, da habe ich von hinten Schläge bekommen. Ich bin zusammengesackt, wurde getreten. Es war heftig“, erzählte die mittlerweile 61-jährige Therese Pokorny bereits im Prozess heuer im August. Auf ihre Hilferufe wurde ein Passant aufmerksam, der die Exekutive verständigte.

26-Jähriger vollinhaltlich geständig

Im Zuge der Fahndung stellten Polizisten den Radmutternschlüssel und einen Teil der Beute – zwei Handtaschen und ein Handy – in der Nähe des Tatortes sicher. Der Täter flüchtete mit 7.000 Euro, ließ eine Haube mit DNA-Spuren zurück.
Vier Jahre später erleichterte der 26-Jährige seinen Arbeitgeber um die Handkasse. „Da ergab sich dann ein DNA-Treffer“, erklärte der Staatsanwalt. Und warf weiters vor: Bei einer betagten Nachbarin brach der Traismaurer zwei Mal ein und auch bei der Schwester seiner Lebensgefährtin.

Zu den Anschuldigungen war der 26-Jährige vollinhaltlich geständig. Spielsucht sei Motiv für die Taten gewesen. „Ich hatte 35.000 Euro Schulden. Das Geld vom Überfall hab’ ich verspielt“, erklärte er.

Der Prozess im Sommer wurde vertagt. Gutachter sollten prüfen, ob das Opfer an schweren Dauerfolgen leidet. „Ist das der Fall, muss sich der Angeklagte vor einem Geschworenensenat verantworten“, so damals der Staatsanwalt.
Laut Gerichtsmediziner Wolfgang Denk habe das Opfer keine Dauerfolgen erlitten, jedoch schwere Körperverletzungen. „Erste Untersuchungen ergaben Rissquetschwunden am Schädel, durch vier Schläge mit stumpfem Gegenstand, einen Bruch des Endgliedes des Mittelfingers, entstanden durch das Entreißen der Tasche, und Brustkorbprellung durch Gewalteinwirkung wie Tritte.“

Und der Mediziner weiters: „Das Opfer klagte über erhebliche Kopfschmerzen. Das Lokal nach dem Vorfall rasch wieder aufzusuchen, war die Empfehlung des Therapeuten.“ Psychiater Richard Billeth spricht in seinem Gutachten von leichten ängstlichen Anpassungsstörungen des Opfers, eine posttraumatische Belastungsstörung attestiert dieser Gutachter nicht, deshalb gab es „nur“ neun Jahre Haft.