Traismauer

Erstellt am 19. Juli 2017, 05:06

von Birgit Kindler und Lisa Röhrer

Unendliche Geschichte: Fliegen-Krieg geht weiter. Auch nach der Mediation konnten zwei Streitparteien ihre Differenzen nicht beiseite legen. Landwirt Gramer wurde neuerlich angezeigt. Jetzt prüft Stadtgemeinde.

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Der Nachbarschaftsstreit „Weingut Heiss-Haimel gegen Landwirt Gramer“ ist um eine Facette reicher. Seit mehreren Jahren lief die Winzerfamilie Heiss-Haimel Sturm gegen ihren Nachbarn, Landwirt Gramer. Die durch seinen Betrieb verursachten Fliegen und der Geruch würden ihrem Heurigenbetrieb schaden. Nun läuft eine neuerliche sanitätsbehördliche Überprüfung des Betriebs seitens der Stadtgemeinde.

„Ich werde mehrmals im Jahr angezeigt“

Nach einer Mediation im Jahr 2015 schien die Odyssee endlich beendet. Doch auch in den vergangenen Jahren hagelte es immer wieder Anzeigen. „Ich werde mehrmals im Jahr angezeigt“, ärgert sich Gramer, „und das, obwohl wir vereinbart haben, dass es keine weiteren Meldungen mehr gibt.“

Der Landwirt erklärt, dass er seinen Viehbetrieb für eine bestimmte, mit dem Nachbarn vereinbarte Summe, sogar eingestellt hätte. „Das Geld habe ich nie gesehen. Der Mann hat einfach keine Handschlagsqualität“, so Gramer. Bezirkshauptmann Josef Kronister kennt den Fall nur zu gut: „Regelmäßig bevor der Heurigen beginnt, wird angezeigt.“ Die jüngste Meldung ereilte den Bauern in der Vorwoche.

Von wem die jüngste Anzeige stammt, ist diesmal aber nicht klar. Der Streit dürfte offenbar schon weitere Kreise ziehen. Laut SP-Vizebürgermeister Walter Kirchner soll die Anzeige diesmal nicht von Heiss-Haimel, sondern von jemand anderem gekommen sein.

Nach einer Mitteilung an die Bezirkshauptmannschaft erfolgt jetzt eine sanitätsbehördliche Überprüfung. Kirchner bestätigt, dass die Stadtgemeinde von der Bezirkshauptmannschaft in der Vorwoche darüber informiert wurde. „Sobald der Gemeindearzt, der beigezogen wird, Zeit hat, wird die Überprüfung über die Bühne gehen“, sagt Kirchner. Er rechnet mit einem Ergebnis noch Ende dieser Woche.

Gebäude und Umgebung werden überprüft

Bezirkshauptmann Kronister hält fest: Ein vermehrtes Auftreten von Fliegen sei bis jetzt noch nicht festgestellt worden. Nach Einschätzung der Bezirkshauptmannschaft seien die Zweiflügler auch nicht ausschließlich auf die Landwirtschaft zurückzuführen. Die tierschutzrechtlichen Bestimmungen seien eingehalten worden.

„In der Nähe gibt es Obstbäume sowie eine Fischzucht“, sagt Kronister. Deshalb sei jetzt auch die Überprüfung angeordnet worden, dabei werden beide Gebäude und die umliegenden Gegebenheiten genau unter die Lupe genommen.

Heurigenwirt Heiss-Haimel wollte sich zu den neuerlichen Vorfällen nicht äußern. Gramer sehnt sich nach einem Ende: „Wir hoffen, dass endlich Ruhe einkehrt.“