Erstellt am 10. Mai 2016, 15:54

von Günther Schwab

Traismauer: Vandalismus empört Wehr. Kommandant-Stellvertreter Leopold Brabletz: "Das ist weit weg vom Brauchtum." Fichte blockierte Zufahrt, im Einsatzfall hätte es erhebliche Verzögerung gegeben.

 |  NOEN, zVg

Vor knapp mehr als einer Woche ist der diesjährige Maibaum vor dem Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr-Stadt aufgestellt worden. Es handelte sich um eine rund 21 Meter hohe Fichte, die von der Nussdorfer Gutsverwaltung zu Ehren des Bürgermeisters Herbert Pfeffer und des Feuerwehrkommandanten Karl Engl gespendet worden war.

Am Mittwoch herrschte dann das blanke Entsetzen: In der Nacht zuvor, etwa um 3 Uhr, war der Baum von Unbekannten mit einer Motorsäge in einer mehrminütigen Aktion umgeschnitten worden. Die Baumfällung wurde auch per Handy von den Vandalen gefilmt und tauchte wenig später im Internet als youtube–Video auf.

"Grober Unfug und unverantwortlich"

„Es ist ein grober Unfug und unverantwortlich, was hier getrieben wurde. Am frühen Morgen wurde die mutwillige Sachbeschädigung entdeckt. Der umgeschnittene Maibaum ist quer zur Feuerwehrzufahrt gelegen. Bei einem allfälligen Einsatz hätte es auch zu Problemen und Verzögerungen kommen können“, so Verwalter Thomas Fraisl, der den „Einsatz“ beim Aufstellen geleitet hatte.

Im Internet (Facebook) wurden auch einige Postings zu dem Vorfall abgegeben, die zum Teil auch Spott und Hohn zum Inhalt hatten. Dabei ging es jedoch nicht um die Feuerwehr selbst, sondern vielmehr um Bürgermeister Herbert Pfeffer und dessen Haltung zu den geplanten Windkraftanlagen.

„Es gibt Bräuche rund um das Maibaumaufstellen wie das Maibaumstehlen und wieder Auslösen, die da und dort gelebt werden. Im aktuellen Fall sind wir weit weg von einem solchen Brauchtum. Es war eine dreiste Aktion, die einen ganz anderen Hintergrund haben könnte“, erklärt Kommandantstellvertreter Leopold Brabletz.

Weiters: „Weil der Maibaum erheblich beschädigt wurde, blieb uns aus nichts anderes übrig, als ihn zu zerschneiden und wegzuräumen.“ Der Vandalenakt wurde bei der Polizei angezeigt. Man hofft auf sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung, um die Vandalen ausforschen zu können.

Vier-Meter-Baum mit einer Schmähschrift

Noch am selben Tag hat es jemanden (vielleicht die Vandalen selbst) gegeben, der sich einen genötigt gefühlt hat, den dreisten Vandalenakt zu übertreffen. Anstelle des Maibaums wurde ein vier Meter kleines Bäumchen samt Schmähschrift und Verzierung hingestellt. Dieses Bäumchen wurde zum Zeitpunkt der Florianifeier in Oberndorf am Gebirge am Mittwochabend vor dem Feuerwehrhaus platziert. Beim „Einrücken“ der Stadtfeuerwehr von der Florianifeier wurde es entfernt. Fest steht: Für heuer wird kein weiterer „Ersatzmaibaum“ aufgestellt werden.