Traismauer

Update am 25. April 2017, 09:13

von Alex Erber und Daniel Lohninger

Volksbank sperrt zu: „Eine Katastrophe!“. Filiale Traismauer ist ab September Geschichte. Bürgermeister Pfeffer: „Die Entscheidung ist nicht nachvollziehbar.“

Die Volksbank-Filiale sperrt am 30. September zu. Damit verliert die Innenstadt einen wichtigen Frequenzbringer. Für SP-Bürgermeister Herbert Pfeffer ist die Schließung nicht nachvollziehbar.  |  NOEN, Günther Schwab

Die Volksbank reagiert mit der Schaffung von Kompetenzzentren auf den Umbruch in der Banken-Landschaft. Im Süden St. Pöltens wird ein derartiges neues Zentrum geschaffen, die Bankstellen in Spratzern und Wilhelmsburg werden Ende Mai geschlossen. Jetzt trifft es auch die Traismaurer: Sie verlieren ihre Volksbank in der Stadt.

Mit Ende September wird die Filiale zugesperrt, wie Regionalleiter Johann Janisch der NÖN gegenüber bestätigt. „Für die Schaffung eines Kompetenzzentrums hätten wir den Personalstand aufstocken müssen. Das wäre aber in Traismauer aus wirtschaftlichen Gründen nicht vertretbar gewesen“, erklärt Janisch. Jobs gehen durch die Schließung keine verloren, die drei Traismaurer Mitarbeiter werden in Zukunft in Herzogenburg arbeiten.

Dort gibt es bereits ein Kompetenzzentrum mit zehn Mitarbeitern, das jeden Werktag auch am Nachmittag offen hat. In Traismauer war das zuletzt nicht mehr möglich, hier blieb die Bank am Dienstag und Donnerstag nach 12 Uhr zu. Die Volksbank verweist auch darauf, dass für die Traismaurer neben der Herzogenburger Bank mit St. Pölten und Krems-Furth zwei weitere große Kompetenzzentren innerhalb weniger Fahrminuten erreichbar sind.

Die Nachnutzung des Gebäudes, das in Besitz der Volksbank ist, ist noch offen.

„Im Kaffeehaus hat sich Gerücht verdichtet“

„Dass dieser Frequenzbringer mitten am Hauptplatz verloren geht, ist eine Katastrophe“, sagt SP-Bürgermeister Herbert Pfeffer in einer ersten Reaktion. Er habe erst vor einigen Tagen offiziell von der beabsichtigten Schließung erfahren. „Gerüchte hat es eigentlich schon mehrmals gegeben. Als sich im Kaffeehaus das Gerücht allerdings verdichtet har, suchte ich um einen Termin bei den Volksbank-Verantwortlichen an. Dabei wurde ich vor vollendete Tatsachen gestellt, am Zusperren ist nicht mehr zu rütteln.“

Was der Stadtchef nicht versteht: „Wenn ich den Rotstift ansetzen muss, weil etwa irgendwo die Miete exorbitant hoch ist, leuchtet mir das noch irgendwie ein. Aber das Gebäude gehört der Volksbank. Die Entscheidung ist also absolut nicht nachvollziehbar. Das ist der eine Punkt. Und der andere Punkt ist, dass die Stadtgemeinde auch Kunde bei der Volksbank ist. Diesen Kunden hat man jedenfalls schwerst verärgert und ich bin mir sicher, dass wir nicht der einzige Kunde sind.“