Erstellt am 27. April 2016, 05:44

von Christoph Reiterer

Traismaurer empört über Aktion der Finanzpolizei. Weil die Finanzpolizei die Gewerbebehörde auf den Plan gerufen hat, kocht die Stimmung unter den Behindertenbesuchsbetreuern im Bezirk Hollabrunn hoch. Die Verunsicherung scheint groß.

Foto: Ernst Weingartner  |  NOEN, Ernst Weingartner
„Bei einem Treffen in Retz haben fast alle gekündigt“, berichtet Franz Holzschuh. Etwa 200 Klienten im Raum Hollabrunn seien nun unbetreut.

Der Traismaurer ist als Vater einer behinderten Tochter und aktiver Behindertenbesuchsbetreuer doppelt betroffen. Die Tatsache, dass nun jene auf Gewerbeausübung geprüft werden, die hier eine „soziale Tätigkeit“ ausüben, sei haarsträubend und hanebüchen.

BH- und Finanzamtschef versuchen zu beschwichtigen

Zwar gebe es für die meist zweistündigen Besuche ein Honorar von 12 Euro pro Stunde, Gewinn schaue dabei aber keiner heraus.

„Ich habe aufgrund der Erhebungen der Finanzpolizei die Jahre 2011 bis 2015 rechnerisch dargestellt. Leider fehlen mir alle Belege für Konsumationen, da wir die Klienten immer eingeladen haben“, so Holzschuh. Trotz fehlender Belege komme er auf einen jährlichen Verlust von 3.000 bis 5.000 Euro.

Bezirkshauptmann Stefan Grusch und Finanzamtschef Anton Trauner versuchen indes zu beschwichtigen. Wer keinen Gewinn erzielt bzw. nicht über einen gewissen Betrag komme, habe auch keine Besteuerung zu befürchten. Es solle aber auch zu keinen Ungerechtigkeiten gegenüber anderen Pflegekräften kommen. Das Ehrenamt werde nicht angetastet.