Erstellt am 11. Januar 2016, 16:03

von Hans Kopitz

„Unglaubliche Harmonie“. Aktion / Sozialistische Jugend hatte gerufen, viele Herzogenburger kamen zum Biomin-Areal nach Oberndorf, um mit den Flüchtlingen einen gemütlichen Spiele-Nachmittag zu verbringen.

 |  NOEN

Es hatte im Vorfeld keine Werbung gegeben - und trotzdem schlug der von der Sozialistischen Jugend Herzogenburg initiierte Spiele-Nachmittag mit den Flüchtlingen am Biomin-Areal in Oberndorf voll ein. Zahlreiche Kinder, Jugendliche und Erwachsene kamen vergangenen Samstag mit Spielkarten, Brettspielen und sonst allerlei Spielzeug, um mit den Jugendlichen, aber auch den Kindern und Familien, die alle aus Afghanistan kommen, zu spielen.

Seit vergangenen Montag leben im Haupthaus nun 40 unbegleitete Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, die eigentlich zum Nichtstun „verurteilt“ sind. Sie haben zwar jeden Vormittag - außer Sonntag - nach einem gemeinsamen Frühstück Sprachkurse, die sie fleißig besuchen und die auch schon einige Früchte tragen. Die Jugendlichen müssen auch selbst kochen, waschen, bügeln und das Haus sauberhalten - aber eine eigentliche befriedigende Aufgabe haben sie nicht. Seit Anfang der Woche besuchen die noch Schulpflichtigen die Polytechnische Schule in Herzogenburg.

Eva Schafranek, die in diesem Haus als Betreuerin tätig ist, bedankte sich bei allen Beteiligten: „Es war so großartig, es ist so viel positive Energie hereingekommen und es herrschte eine unglaubliche Harmonie.“

Sonst ist das Reglement eher streng: Am 21.30 Uhr werden die Handy abgesammelt und ab 22 Uhr ist Nachtruhe. Wer sich nicht daran hält, oder auch sonst sich nicht benimmt, wie es sein soll, bekommt Hausarrest, sonst würden die Jugendlichen - wie auch in einheimischen Familien - den Erwachsenen über den Kopf wachsen.

Übrigens: Das Betreuerteam sucht noch immer pensionierte Lehrer als Unterstützung beim Deutschunterricht. Wer Interesse hat, kann sich sich unter herzogenburg@slc-europe.eu melden.