Erstellt am 12. August 2014, 16:01

von Thomas Heumesser

Schätze aus uralter Zeit. Präsentation / Seit 15 Jahren werden Funde sichergestellt und dokumentiert: Die Ergebnisse der Grabungsarbeiten am Kleinen Anzingerberg sind jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Das engagierte Grabungsteam freute sich über die zahlreichen Besucher: Felix Köstelbauer, Anna-Maria Kriechbaum, Bürgermeister Gottfried Krammel, Grabungsleiterin Alexandra Krenn-Leeb, Lukas Summer sowie Nora Schinnerl (von links).  |  NOEN, Antonia Leeb

UNTERWÖLBLING /  Alexandra Krenn-Leeb und ihr engagiertes Studierenden-Team vom Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie (Universität Wien) luden zum Abschluss der 15. Grabungskampagne zum „Tag der offenen Grabung“ am „Himmelreich“ am Kleinen Anzingerberg.

Die zahlreichen Besucher wurden über die neuesten Grabungsergebnisse von der Grabungsleiterin persönlich informiert. Poster führten in die nunmehr 15-jährige Grabung ein. Zahlreiche Originalartefakte der kupferzeitlichen Siedlung der Jevišovice-Kultur konnten nicht nur besichtigt, sondern auch „begriffen“ werden. Die qualitätsvollen Fundgegenstände - Koch- und Vorratsgefäße aus Keramik, Steinbeile, Pfeilspitzen, Einsatzklingen von Erntesicheln, Knochen- und Geweihgeräte, Spinnwirtel und Webgewichte - faszinierten wegen ihres handwerklich hochwertigen Zustandes. Sie wurden in ihrer ursprünglichen Lage bei Werkplätzen und Aktivitätszonen innerhalb von Häusern entdeckt und nun nach rund 5.000 Jahren von dem Forschungsteam sorgfältig geborgen.

Brände nachgewiesen

Der Kleine Anzingerberg wurde von einer kupferzeitlichen Bevölkerungsgruppe zwischen 3.100 und 2.800 vor Christus besiedelt. Brandereignisse wurden mehrfach nachgewiesen, die die auf Terrassen errichteten Häuser komplett zerstörten. Ressourcenknappheit und gesellschaftliche Probleme könnten Ursachen für Brandschatzungen der Höhensiedlung gewesen sein.

„Zahlreiche außergewöhnliche Fundobjekte vom Kleinen Anzingerberg können seit dem heurigen Frühjahr in der neuen Dauerausstellung im ,MAMUZ Schloss Asparn/Zaya‘, dem neuen Erlebnismuseum für Urgeschichte, Frühgeschichte und Mittelalterarchäologie, besichtigt werden“, informiert Grabungsleiterin Alexandra Krenn-Leeb.

Auch das Dizent-Museum im Hellerhof in der Gemeinde Paudorf präsentiert Artefakte aus der archäologischen Ausgrabung.