Erstellt am 31. März 2016, 16:34

von Hans Kopitz

Verein will Schloss beleben. Seit dem Erwerb durch Lederleitner glänzt Walpersdorf. Kultur soll künftig in den Vordergrund rücken.

 |  NOEN, Kopitz

Mit dem wiederbelebten Renaissanceschloss steht - seit es 2014 die Firma Lederleitner erworben hat - im Traisental eine neu adaptierte Kunst- und Kulturstätte mit außergewöhnlichem Flair. Jahrelang lag das im 16. Jahrhundert errichtete Kleinod, in dem einst eine Seidenmanufaktur bis 1683 hauptsächlich Seidenstrümpfe erzeugt hatte und das schließlich 1956 von Marie Gräfin Falkenhayn an die Missionsschwestern vom Heiligen Petrus Claver vermachte worden war, im Dornröschenschlaf.

„Und aus diesem Schlaf wollen wir es nun wecken“, so der Herzogenburger Sparkassendirektor Walter Dörflinger, der gemeinsam mit Augenarzt Wolfram Geyer als Präsident des im Herbst vergangenen Jahres gegründeten Clubs „Kulturfreunde Schloss Walpersdorf“ agiert. Der Club ist Teil des Trägervereines der kulturellen Aktivitäten auf Schloss Walpersdorf. Seine Mitglieder teilen die damit verbundenen Erlebnisse und unterstützen mit ihrem finanziellen Beitrag und ihrem Netzwerk die Weiterentwicklung der kulturellen Projekte. Man kann aus drei Formen der Mitgliedschaft wählen und dadurch auch Vorteile wie Preisreduktionen auf die Veranstaltungen und Getränkegutscheine genießen: Kulturfreund, Kulturförderer oder Kulturmäzen.

„Etwas für Menschen aus der Region machen“

„Wir wollen eigentlich etwas von der Wiener Schicki-Micki-Gesellschaft wegkommen, die momentan das Schloss jedes Wochenende in Beschlag nimmt und etwas für die Menschen aus der Region machen. Woanders - zum Beispiel in der Wachau oder in anderen Regionen - geht das auch, warum soll es hier nicht funktionieren?“, so Geyer.

Wolfram Geyer: „Weg von der Wiener Schicki-Micki-Gesellschaft!“

„Wolfram Geyer hat mich im Vorjahr Jahr angesprochen und ich war sofort dafür, dass hier auf kulturellem Weg etwas geschieht, das der ganzen Region zu Gute kommt. Sie soll damit belebt werden - und natürlich sollen auch die Nachbargemeinden davon profitieren. Wir haben hier so viel Potenzial an kulturellen und Naturschönheiten, die vernetzt gehören - und dazu ausgezeichnete Leute, die man natürlich nicht behindern darf und denen man jede Unterstützung zukommen lassen muss“, so Walter Dörflinger und er denkt dabei an Herzogenburger Künstler wie Daniel Gutmann oder Magdalena Bernhard.

Walter Dörflinger: „Viel Potenzial an Schönheiten, die vernetzt gehören.“

Der Verein „Kultur: Schloss Walpersdorf“ - Obfrau ist Marialuise Koch, der künstlerische Leiter Harald Kosik, Gründer des Haydn-Trios Eisenstadt - veranstaltet ab heuer nicht nur einen sechsteiligen, jährlichen Zyklus mit Kammermusikkonzerten - drei Konzerte sind dem Schwerpunkt „Junges Podium“ gewidmet - sondern auch das sommerliche „Kulturfest Traisental“, das unter dem Motto „Lebensfreude“ zu einem kulturell-kulinarischen Wochenende für Jung und Alt einlädt.

Ein Star-Bariton macht den Auftakt

Eröffnet wird der Zyklus am 15. April mit Schuberts „Winterreise“, gesungen von Star-Bariton Bo Skovhus. Mit der jungen Cellistin Harriet Krijgh, in der Saison 2015/16 „Rising Star“ des Wiener Musikvereins und des Konzerthauses Wien, und den „Soundartists“, einem neuen Ensemble des NÖ Tonkünstler-Orchesters, betreten danach junge Künstler das Podium. Das renommierte „Wiener Klaviertrio“ spielt nach der Sommerpause Musik von Beethoven und Brahms, danach zelebrieren die „Hafatner Strings“ das berühmte Streichquartett von Franz Schubert. Im letzten Konzert präsentiert sich der junge Violinvirtuose Emmanuel Tjeknavorian, der als einer der wichtigesten österreichischen Nachwuchsgeiger gilt.

„Wir laden herzlich ein, dieses abwechslungsreiche Programm - genau ersichtlich auf www.schloss-walpersdorf.at - mit uns gemeinsam auf dem Schloss zu erleben“, so Marialuise Koch und Harald Kosik.