Erstellt am 29. Dezember 2015, 05:33

von Hans Kopitz

VP: "Freizeitzentrum? Zeit für etwas Neues!". SP und Grüne beschlossen Gastro-Vergabe an Franz Dopler. Wirtschaftsstadtrat Hauptmann stieß Grundsatzdebatte an.

Die Gastronomie im Anton-Rupp-Freizeitzentrum wird an Franz Dopler verpachtet. Das haben SP, Grüne und „Blüh“ beschlossen. VP und auch FP wollen das Freizeitzentrum grundlegend modernisieren, die SP blockt ab: „Derzeit kein Geld dafür vorhanden!“  |  NOEN, Hans Kopitz

Die Gastronomie im Anton-Rupp-Freizeitzentrum wird erwartungsgemäß befristet an Franz Dopler verpachtet. Das haben SP, Grüne und „Blüh“ in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates beschlossen. VP und FP stimmten dagegen.

VP-Wirtschaftsstadtrat Erich Hauptmann stieß dabei eine Grundsatzdebatte an: „Uns schwebt schon lange ein Veranstaltungszentrum vor, wo nicht nur die sportliche Variante mit einem Fitnesszentrum, sondern auch ein Gastrobereich, wo größere Veranstaltungen wie Familienfeier, Hochzeiten oder Vereinsfeiern abgehalten werden können, zum Zuge kommt.“

Die Forderung nach einem derartigen Veranstaltungszentrum hat die VP auch im Gemeinderatswahlkampf Anfang des Jahres erhoben.

„Fitnesszentrum wird sich nicht halten!“

SP-Bürgermeister Franz Zwicker konterte, dass von den 18 eingeladenen Gastronomen nur vier Interesse zeigten. Und: „Viele Gemeinden mit 8.000 Einwohnern, wie Herzogenburg sie hat, haben kein derartiges Freizeitzentrum!“

SP-Stadtrat Helmut Schwarz betonte, dass von den Fitnesszentren in den nahen Städten wie St. Pölten oder Krems jedes Jahr eines zugesperrt werde oder auch gleich mehrere geschlossen würden: „Deshalb wird sich auch in Herzogenburg kein Fitnesszentrum halten! Außerdem stehen in den kommenden den Jahren jede Menge Ausgaben an, sodass man an einen Zu- und Umbau des Anton-Rupp-Freizeitzentrums momentan nicht denken kann.“

Vorangegangen waren massive Einwände und eine längere Diskussion rund um die Gastro-Vergabe. Es hat ja, wie berichtet, drei Ausschreibungen gegeben; mit extrem wenig Bewerbern. Der erste „Sieger“ wollte nach dem Zuschlag die Konditionen neu verhandeln, was der Gemeinderat ablehnte. Der zweite „Sieger“ tauchte kurz vor der Eröffnung unter. Bei der dritten Ausschreibung gab es zunächst zwei Interessenten: Ein Bewerber zog sich aber wieder zurück, weil ihm der Aufwand zu hoch sei. Blieb also nur noch Dopler übrig.

Auf die Frage des Bürgermeisters „Wollt ihr nun einen funktionierenden Gastrobetrieb?“ antwortete Hauptmann: „Ja, das wollen wir, aber auch etwas Anderes. Nach 25 Jahren ist es ohnehin an der Zeit, hier etwas Neues zu machen, das die Leute wieder anzieht. Möglichst rasch und keine Übergangslösung.“

Stadtrat Martin Hinteregger (FP) war mit Dopler nicht einverstanden und auch sein Parteikollege Gemeinderat Manfred Schauer resümierte: „Welche Firma stellt jemandem ein, der schon zwei Mal versagt hat?“

„Besser Franz Dopler als Automaten!“

Gemeinderat Hermann Feiwickl („Blüh“) war dabei etwas optimistischer: „Besser Franz Dopler als Automaten. Für die Vereine ist es wichtig, dass ein Wirt da ist, aber er gehört monatlich überprüft.“

Stadtrat Franz Gerstbauer von den Grünen - auf den damaligen Konkurs Doplers anspielend - gestand ein, dass man mit der anschließenden GmbH-Lösung mit Dopler als Geschäftsführer zwar nicht glücklich gewesen sei, aber schließlich habe sich die Gastro im Freizeitzentrum stark gewandelt. Für die Meinungsänderung hat der wortgewaltige FP-Stadtrat Wolfgang Schatzl, der bei der Sitzung krankheitsbedingt fehlte, die Grünen neuerlich kritisiert: „Nur weil Herr Gerstbauer weiterhin ungestört sein Schnitzerl in der alten Freizeithalle essen will, darf er Dopler nicht grünes Licht für die gastronomische Leitung geben. Das grenzt an Unverantwortlichkeit!“