Erstellt am 07. Oktober 2015, 05:42

von Lisa Röhrer

VP wollte "Sitzordnung". Fixe Plätze für alle Mandatare sollten Missverständnisse in Zukunft verhindern. SP lehnte den Vorschlag ab und wünschte sich frühere Fertigstellung des Sitzungsprotokolls.

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Die Stimmung bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates war ungewohnt angespannt: Um zu vermeiden, dass sich andere Mandatare im Nachhinein „über den Tisch gezogen fühlen“ oder behaupten, etwas nicht verstanden zu haben, machte VP–Gemeinderätin Karin Schildberger-Böck den Vorschlag eine fixe Sitzordnung für Gemeinderatssitzungen einzuführen: „Diese gibt es auch in anderen Gemeinden. Das ist nichts Außergewöhnliches.“

SP und FP konnten dem Vorschlag jedoch nur wenig abgewinnen: „Haben wir eigentlich keine anderen Sorgen?“, entgegnete geschäftsführende Gemeinderätin Maria Marchsteiner und ergänzte: „Das Problem, das wir haben, ist bestimmt kein akustisches. Wir verstehen akustisch alles sehr gut und wenn nicht, sind wir mündig genug nachzufragen!“ Außerdem: „Wenn wir wieder nur in kleinen Gruppen diskutieren, können wir die Gemeinderatssitzung gleich abschaffen!“

SP fordert sofortiges Vorlegen des Protokolls

Bürgermeister Ewald Gorth unterstützte Schildberger-Böcks Vorschlag, er halte es für sinnvoll, die geschäftsführenden Gemeinderäte an das Ende des Tisches zu holen: „Sie sind nun einmal die Führungskräfte und sollten daher auch neben dem Bürgermeister und Vizebürgermeister im Zentrum sein.“

Die Sozialdemokraten entgegneten, dass sie mit ihren Plätzen sehr zufrieden seien. Marchsteiner nahm den Vorschlag ihrer Kollegin jedoch zum Anlass, einen weiteren Antrag zu stellen: „Um Unklarheiten zu vermeiden, sollten wir keine Sitzordnung einführen, ich beantrage, dass das Sitzungsprotokoll in Zukunft bereits während der Sitzung fertiggestellt und nach der Sitzung von den Gemeinderäten unterschrieben wird. So könnten Missverständnisse wirklich vermieden werden.“

Amtsleiter Peter Leitner zeigte sich darüber wenig erfreut: „Das Protokoll soll kein ‚Husch-Pfusch‘ sein, sondern in Ruhe und gewissenhaft angefertigt werden. Das braucht Zeit.“

„Mit einer fixen Sitzordnung könnten wir Missverständnisse möglicherweise vermeiden.“ Karin Schildberger-Böck, VP-Gemeinderätin

SP-Gemeinderätin Elisabeth Brandl versuchte, die Wogen zu glätten: „Das Wort Sitzordnung war schlecht gewählt – das erinnert sehr stark an die Schule.“

Zu einer Abstimmung über die vorgeschlagene Sitzordnung kam es schließlich nicht: Schildberger-Böck zog ihren Vorschlag letztendlich zurück.

Auch Marchsteiners Vorschlag wurde auf Anraten der VP-Mandatare Martin Dohnal und Walter Rauscher zurückgenommen und nicht weiter diskutiert.