Herzogenburg

Erstellt am 29. Juli 2016, 11:31

Hunde brachten Mann vor Gericht. 46-Jähriger fühlte sich von Vierbeinern bedroht. Die Reaktion war nicht ganz angemessen.

 |  NOEN, Symbolbild

Wohin es führen kann, wenn ein Hundehalter permanent die Leinen- und Beißkorbpflicht missachtet, sahen Beobachter in der Vorwoche in St. Pölten. Am Landesgericht ging ein Prozess über die Bühne. Nicht gegen den Hundehalter, im konkreten Fall eine Frau. Angeklagt war der Nachbar. Der bisher völlig unbescholtene Mann hatte sich von den kläffenden Vierbeinern mehrmals bedroht gefühlt. Auch deshalb, weil es zwischen den Grundstücken keinen Zaun gab. Ihn hätte die Hundehalterin errichten müssen. Jedenfalls platzte dem 46-Jährigen schließlich der Kragen.

„Das nächste Mal schieß‘ ich gleich mit einem Gewehr!“

Er soll die Hundebesitzerin gefährlich bedroht haben: „Das nächste Mal schieß‘ ich gleich mit einem Gewehr!“. Und einen Gast der Nachbarin, der ihn nach einem vermeintlichen Tritt gegen einen Hund gefragt habe, ob er plem-plem sei, soll er zugerufen haben: „Komm her, ich hau‘ dir gleich eine in die Gosch‘n!“

Dieser Zeuge hat sich nicht bedroht gefühlt, die Hundebesitzerin hat angeblich 40 Grad Fieber, weswegen sie zum Prozess nicht erschien.

Dennoch machte der Richter kurzen Prozess: In Form eines außergerichtlichen Tatausgleichs muss der Mann 350 Euro berappen: 200 Euro Pauschalkosten ans Gericht, 150 Euro als „Schadenswiedergutmachung“.

Treffend bemerkt der Richter: „Ich kann einen gewissen Groll gegen Hundehalter, die sich nicht sozial adäquat verhalten, nachvollziehen, aber in dieser Art kann man nicht reagieren.“