Erstellt am 25. September 2015, 12:20

von Alex Erber

Ohne Arbeit und noch selbst daran schuld?. VP-Gemeinderätin Sophie Moser hat in einer hitzigen Diskussion Worte unüberlegt gewählt. Dafür erntet sie heftige Kritik.

Sophie Moser (VP): »Wer bei uns keine Arbeit findet, ist selbst schuld.«  |  NOEN

Nein, es waren nicht die feinsten Worte, die die FP im Zuge der Flüchtlings-Debatte bei der jüngsten Gemeinderatssitzung gegenüber VP-Gemeinderätin Sophie Moser wählte. „Wir wissen nicht, wie viele Flüchtlinge kommen, aber wir sollten ein positives Beispiel sein“, meinte sie.

„Tut nicht immer nur die Flüchtlinge bemitleiden, schaut einmal auf Österreich. Du hast ein großes Haus, warum nimmst du dir nicht zehn Flüchtlinge?“, schleuderte ihr FP-Gemeinderat Manfred Schauer entgegen. Als dessen Parteikollege Stadtrat Wolfgang Schatzl ergänzte, dass „wir 400.000 Arbeitslose haben“, ließ sich die VP-Mandatarin zu einer Entgleisung hinreißen: „Wer bei uns keine Arbeit findet, ist selbst schuld!“

Manfred Schauer verbreitete den Sager via Facebook, die Entrüstung in der Internet-Community war und ist groß.

SP: "Kann man so nicht stehen lassen"

Auch die SP zeigt sich verwundert: „Das kann man so nicht stehen lassen. Wir haben Rekordarbeitslosigkeit. Das ist die größte Herausforderung, vor der die Bundesregierung steht. Nicht jeder, der Arbeit möchte, bekommt einen Job. Dabei ist unser Sozialsystem auf Beiträge von Erwerbstätigen aufgebaut“, so Stadtrat und Klubsprecher Richard Waringer. Und: „Vielleicht kennt Moser sich als Unternehmers-Tochter in der Arbeitswelt nicht wirklich aus.“

VP-Klubsprecher Stadtrat Erich Hauptmann ist „sofort zusammengezuckt“, als er die Worte Mosers vernahm.

In einer schriftlichen Klarstellung der Mandatarin heißt es: „In der Hitze des Gefechts wurden anscheinend ein paar Sachen falsch verstanden. Ich wollte zum Ausdruck bringen, dass wir über die Flüchtlingsthematik diskutieren und nicht über die hohe Arbeitslosigkeit in Österreich. Ich wurde von mehreren Seiten gleichzeitig mit verschiedenen Fragen und Statements angesprochen, so konnte es passieren, dass einiges falsch verstanden wurde. Mir ist klar, dass jeder Bürger seine persönlichen, oft auch unverschuldeten Gründe hat, warum er arbeitslos ist und oft schwere Schicksale dahinter stecken. Aus diesem Grund habe ich auch gesagt, dass die Arbeitslosigkeit hier nicht diskutiert wird, sondern die Flüchtlingsthematik.“